Geschichte der Bibliothek
Die Bibliothek ist die Serviceeinrichtung der Theologischen Hochschule in Friedensau, der einzigen der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) im deutschsprachigen Raum.
Von Gründung 1899 bis in die Nachkriegszeit
Die Anfänge der Bibliothek reichen in das Jahr 1899 zurück, als in Friedensau die erste Missionsschule der STA in Europa gegründet wurde. Bis in die Nachkriegszeit hinein war das Bestandswachstum gering: Ende der vierziger Jahre besaß die Bibliothek ca. 4000 Bände; sie hatte den Krieg ohne Verluste überstanden.
Die Bibliothek in den 70er und 80er Jahren
Bis zum Beginn der siebziger Jahre wurde die Bibliothek weitgehend ehrenamtlich betreut. Nun begann die Professionalisierung der Bibliotheksarbeit und der Aufbau von Kartenkatalogen. Seit 1971 ist die Bibliothek dem überregionalen Leihverkehr angeschlossen.
Größere Bedeutung erlangte die Bibliothek mit der Akkreditierung des Theologischen Seminars durch die Andrews-University, Berrien Springs, Michigan (USA), im Jahre 1983. Nun setzte ein systematischer Bestandsaufbau im Bereich der Theologie ein. Eine große Hilfe dabei waren die Bücherspenden von Kirchengemeinden und Dienststellen der damaligen Bundesrepublik Deutschland sowie die Kostenübernahme von Abonnements wissenschaftlicher Zeitschriften durch westdeutsche Dienststellen der STA. Der Bestand vermehrte sich bis zum Anfang der 1990er Jahre auf ca. 15.000 Bände und etwa 40 laufend gehaltene Zeitschriften.
Die goldenen 90er
Eine Zäsur erlebte die Bibliotheksentwicklung mit der Hochschulanerkennung im Jahr 1990 und der 1991 getroffenen Entscheidung, die Hochschule Friedensau als einzige theologische Ausbildungsstätte der STA in Deutschland weiterzuführen. Das Theologische Seminar in Darmstadt wurde geschlossen und ein Großteil seiner Bibliotheksbestände zusammen mit der Allegro-Datenbank der Partnereinrichtung in Friedensau übergeben. Unter dem Gründungsrektor Prof. Dr. Baldur Pfeiffer wurde 1993 das Fächerspektrum um den Fachbereich Christliches Sozialwesen erweitert.
Gemäß den gewachsenen Anforderungen an die Bibliothek wurde 1993 zusätzlich zu der bis dahin vorhandenen 1/2 Stelle eine Vollzeitstelle für einen Bibliothekar eingerichtet. Dessen erste Aufgabe war es, den Umzug und den Aufbau einer Interimsbibliothek im ehemaligen Speisesaal der 'Alten Schule' (erbaut 1902-1904) vorzubereiten. Bis dahin befand sich die Bibliothek in zwei Räumen der 1911 erbauten 'Neuen Schule'.
Am neuen Ort stand nun Platz für ca. 50.000 Bände, 40 Leseplätze und - erstmals in der Geschichte der Bibliothek - auch ein Büro für Mitarbeiter zur Verfügung. Bereits 1993 wurde mit der elektronischen Katalogisierung des Bibliotheksbestandes unter Allegro-C begonnen. Bei der Wahl der Software war entscheidend, dass in der Bibliothek der Partnereinrichtung in Darmstadt bereits seit Mitte der 1980er Jahre Allegro verwendet und für die speziellen Anforderungen der Einrichtung angepasst worden war. Diese Erfahrungen sollten genutzt werden: Zusammen mit einem großen Teil der Bestände und deren Katalogdaten wurde das gesamte Datenbanksystem in Friedensau übernommen.
Mit dem Transfer von ca. 14.500 Bänden des früheren Seminars Marienhöhe, Darmstadt Ende 1994 verdoppelte sich der Bestand in Friedensau. Seit 1993 wächst der Bestand jährlich um ca. 4.500–6.000 Medieneinheiten. Die Anzahl der laufend gehaltenen Zeitschriften stieg auf 333. Die Zielzahl der Interimsbibliothek ist mit ca. 98.000 Bänden (Stand: 12/2004) bereits weit überschritten. Angesichts der prekären Raumsituation wurden der Bibliothek in den Jahren 2000 und 2001 in der 1. Etage und im Keller zusätzliche Räume bereitgestellt, so dass der Bestandszuwachs bis 2004 untergebracht werden konnte.
Neubau und Umzug
Aufgrund von starkem Bestandswachstums wurde 2007 mit dem Bau des neuen Bibliotheksgebäudes in der Ahornstraße 3 begonnen, in dem seit 14. Mai 2008 die Bibliothek ihre Kunden bedient.









