Begegnungswochenende in Friedensau „Gemeinsam für Flüchtlinge“

Vom 24. bis 26. November 2017 trafen sich etwa 60 ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit von Adventgemeinden und Helferkreisen des Advent-Wohlfahrtswerkes zu einem Begegnungswochenende in Friedensau. Eingeladen hatte das Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“. Dieses Bündnis, im Jahr 2015 ins Leben gerufen, vereint vier Partner, die institutionsübergreifend (und beispielgebend) zusammenarbeiten: die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, ADRA Deutschland e.V., das Advent-Wohlfahrtswerk e.V. und die Theologische Hochschule Friedensau. Sie bündeln die jeweiligen Kompetenzen und Ressourcen mit dem Ziel, Adventgemeinden und AWW-Helferkreise in ihrem Engagement für geflüchtete Menschen und deren Integration in die Gesellschaft wirksam zu begleiten und zu unterstützen.

Das Begegnungswochenende in Friedensau war dafür gedacht, dieses Engagement in besonderer Weise zu würdigen. Was in den Projektgruppen seit nunmehr zwei und mehr Jahren geleistet wurde und wird, verdient Hochachtung und reiht sich in einen bemerkenswerten und ermutigenden zivilgesellschaftlichen Aufbruch ein.

Wer Geflüchtete begleitet, lässt sich auf einen herausfordernden, kräftezehrenden Dienst ein. Helferinnen und Helfer sehen sich nicht nur einer Fülle von Aufgaben gegenüber, sie werden nicht selten auch mit den Leiderfahrungen dieser Menschen konfrontiert. In zwei Vorträgen von Andreas Bochmann, Ph.D., Dozent für Ehe-, Familien- und Lebensberatung an der Theologischen Hochschule Friedensau, zu den Themen Psychohygiene und Sekundäre Traumatisierung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wertvolle Impulse für einen achtsamen Umgang mit sich selbst und der eigenen psychischen Gesundheit.

Darüber hinaus bot das Begegnungstreffen den Projektgruppen eine ideale Plattform, einander kennenzulernen, Erfahrungen und Ideen zu teilen und sich zu vernetzen. Die Vielfalt der vorgestellten Projekte, die Bereitschaft, sich mitzuteilen, voneinander zu hören und zu lernen, wurde als eine ermutigende, stärkende und prägende Erfahrung dieses Wochenendes wahrgenommen und zum Ausdruck gebracht. „Der Austausch, die Horizonterweiterung, die mentale und moralische Unterstützung, die Würdigung des Ehrenamtes und die Wertschätzung dieser Arbeit waren hilfreich und haben einfach gutgetan“, war ein viel gehörtes Resümee dieses Wochenendes. Es war beeindruckend, die ungebrochene Motivation der Ehrenamtlichen zu erleben, ihr Engagement trotz manch ernüchternder oder frustrierender Erfahrung fortzusetzen und Herausforderungen anzunehmen, ohne in Larmoyanz zu verfallen. Unverkennbar zeichnet sich mit der wachsenden Erfahrung eine Professionalisierung der ehrenamtlich arbeitenden Projektgruppen ab.

Zum Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ zählen deutschlandweit derzeit 57 Projekte, in denen sich etwa 450 Ehrenamtliche für mehr als 2.500 Geflüchtete engagieren – überwiegend in Sprachkursen, in der Hausaufgaben- und Kinderbetreuung, in verschiedenen Begegnungs- und Gemeinschaftsformaten, in der Freizeitgestaltung sowie bei Lotsendiensten. Weitere Informationen zum Aktionsbündnis sind unter www.gemeinsamfürflüchtlinge.de zu finden.

Michael Götz
Fachbereichsleiter für Flüchtlingshilfe im Advent-Wohlfahrtswerk e.V. und Leiter der Steuerungsgruppe des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für Flüchtlinge“

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