Martin Gnüchwitz

Abschluss: Magister Internationale Sozialwissenschaften (Nebenfächer Sozialpädagogik und Angewandte Theologie), Abschlussjahr 2002


Was macht man, wenn man in Berlin in einem Vorstellungsgespräch sitzt und eine SMS von der Entwicklungsorganisation ADRA bekommt mit der Frage, ob man nicht ein Nahrungsmittelhilfeprojekt im südlichen Afrika leiten möchte? In der Zwickmühle, entweder sofort als leitender Sozialpädagoge in einer Ausbildungseinrichtung für lernbehinderte und sozial benachteiligte Jugendliche anzufangen oder nach Sambia zu fahren, um dort für eine kurze Zeit für ADRA zu arbeiten, entschied ich mich für letzteres. Der Geschäftsführer der Ausbildungseinrichtung respektierte meine Entscheidung. Zurück in Deutschland, wurde ich eingestellt und begann im Dezember 2002 mit meiner Arbeit.

Mein erster Aufgabenbereich war die Leitung des Sozialteams. Ich legte neben der fachlichen Koordination besonders viel Energie in die Teambildung und die Strukturierung von Arbeitsabläufen. Zusätzlich begann ich mit der Beantragung und Umsetzung von europäischen Austausch- und Bildungsprojekten.

Im September 2003 übernahm ich beim gleichen Ausbildungsträger die Leitung der gesamten Projektarbeit. Ich koordinierte ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit finanziertes XENOS-Projekt, welches zum Ziel hatte, die Toleranz und Weltoffenheit von Jugendlichen zu fördern. In dieser Funktion konnte ich meine Studienqualifikationen im Bereich Projektmanagement und interkultureller Arbeit anwenden und vertiefen. Als sinnvolle Ergänzung dazu baute ich die Arbeit mit den europäischen Austauschprogrammen aus.

Nach der erfolgreichen Beendigung des XENOS-Projektes im Sommer 2006 nahm ich mir eine Auszeit und arbeitete als Freiwilliger in einem gemeinnützigen Gästehaus in der Nähe von Florenz.Seit Januar 2007 führe ich die europäische Projektarbeit in einem neu gegründeten Privatinstitut in Berlin fort. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, in Europa eine wettbewerbsfähige und fortschrittliche Wissensgesellschaft zu bilden. Um dies zu erreichen, muss die Mobilität von Wissen und Personen gefördert werden. Eine meiner Hauptaufgaben in dem Institut ist die Organisation von Praktikumsaufenthalten ausländischer Studierender und Auszubildender in Berlin. Diese Aufenthalte werden durch das EU-Programm „Leonardo da Vinci Mobilität“ gefördert. Des weiteren liegt die Administration des Instituts und das Finanzmanagement von Projekten in meinen Händen.

Es ist eine überaus herausfordernde und spannende Aufgabe, am Aufbau des Instituts mitzuwirken, gleichzeitig bildungspolitische Entwicklungen zu verfolgen und diese beeinflussen zu können. Vor allem jedoch kann ich mit meiner Arbeit jungen Menschen an einem wichtigen Punkt in ihrer professionellen Entwicklung helfen, attraktive Praxiserfahrungen in Berlin zu sammeln.