Ralf Nähter

Abschluss: 2000 Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge,
2002 Magister Artium (Hauptfach Soziale Verhaltenswissenschaften)
Die spannende Frage nach dem Studium „Wie und wo werde ich den beruflichen Einstieg schaffen?“, holte auch mich ein. Aber doch anders als gedacht, denn plötzlich musste ich mich zwischen drei recht attraktiven Arbeitsstellen entscheiden.
Als die größte berufliche Herausforderung sah ich die Aufgabe, als Pädagogischer Leiter in einem im Umbau befindlichen Jugendbereich eines großen Trägers der Jugendhilfe tätig zu werden. In der Tat erwartete mich eine interessante und anspruchsvolle Aufgabe. Dazu gehörten vor allem die Organisation sowie die Betreuung und Beratung der pädagogischen Mitarbeiter in den ambulanten und stationären Jugendhilfeeinrichtungen im Rahmen der „Hilfen zur Erziehung“.
In der festen Annahme, dass diese Aufbautätigkeit eine Perspektive habe, konnte ich all die anstehenden Aufgaben als Herausforderung sehen. Nach ca. zwei Jahren übernahm ein neuer Vorstand die Verantwortung für den Träger mit der Folge, dass wiederum ein radikaler Umbau verschiedener Fachbereiche erfolgte. Im Klartext hieß das für mich: Meine Stelle wird es so nicht mehr geben. Die mir angebotenen Tätigkeiten sowie die inzwischen recht angespannte Situation im Fachbereich veranlassten mich, nach einer neuen Tätigkeit zu schauen. Ich bezeichne es als Wunder Gottes, dass ich diesen Übergang von der alten Stelle zu einer Tätigkeit als Sozialarbeiter in einem Maßregelvollzug nahtlos vollziehen konnte. Die mir in Aussicht gestellte Umwandlung einer befristeten Stelle in eine unbefristete stellte sich dann aber bald als „Seifenblase“ heraus. So kam es, dass ich innerhalb von 3 Jahren plötzlich „auf der Straße stand“. Dass diese Situation so schnell eintreten könnte, hätte ich mir nach dem tollen Start als Berufsanfänger nicht träumen lassen. Auch wenn es mir zu diesem Zeitpunkt alles andere als gut ging, kann ich dankbar auf all die vielen Erfahrungen zurückblicken – vor allem auch auf die damals so „negativen“. Erst im Laufe der Zeit erkannte ich die Möglichkeit der Weiterentwicklung und Reifung darin.
Nach einem halben Jahr der Arbeitslosigkeit und der „Regeneration“ ergab sich Mitte 2005 die Möglichkeit, als Suchtberater im Suchtberatungszentrum des AWW e.V. in Chemnitz eine Tätigkeit aufzunehmen. Neben einer interessanten Arbeit mit Klienten schätze ich zudem die angenehme Arbeitsatmosphäre sowohl zwischen Mitarbeitern als auch zur Leitung.Als große Chance sehe ich zudem in meiner derzeitigen Arbeit, als Christ im Rahmen der suchtrelevanten Beratung auch Sinn- und Zukunftsfragen anzuregen bzw. die Menschen bei diesem Prozess zu begleiten.
Zur Zeit befinde ich mich in einer suchttherapeutischen Zusatzausbildung und bin überzeugt, dass das Thema „Sucht“ noch auf Jahre eine große Herausforderung darstellen wird. Dankbar denke ich an die Zeit auf dem Campus und des Studiums in Friedensau. In der Praxis stellte sich bald heraus, dass man sich mit dem Abschluss der verhältnismäßig kleinen Hochschule in Friedensau auf dem Markt der FH- und Uniabsolventen nicht zu verstecken braucht.
