Die letzten Sommergraduierungen
Hans-Jürgen Rademacher
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Am 1. Juli 2007 wurden, letztmalig zu dieser Zeit des Jahres, 19 Studierenden der Theologischen Hochschule Friedensau ihre jeweiligen akademischen Grade überreicht. Ein wenig Nostalgie verbreitete diese Graduierung auch, weil zukünftig nicht mehr Diplome und Magister, sondern Bachelor- und Masterurkunden verliehen werden. Und schließlich, weil es die letzte diesbezügliche Amtshandlung des scheidenden Rektors Prof. Dr. Udo Worschech war. Traditionell war am Samstag ein feierlicher Gottesdienst mit der Segnung der Absolventen vorausgegangen. Es ging von Anfang an „zur Sache“, denn mit einem Dialog aus Hermann Hesses „Narziss und Goldmund“, vorgetragen von Elke Siebert, stand gleich die wichtigste Frage im Raum, adäquat diesem Anlass: Wonach soll der Mensch in seinem Leben streben, nach geistiger Vollkommenheit oder nach sinnlicher Erfüllung? Anfang und Ende, absolut präsent zudem durch die Gedenkminute an den verstorbenen Prof. Dr. Bernhard Suin de Boutemard. Dieses Mal kam der Bürgermeister der Stadt Möckern, der Tierarzt Dr. Udo Rönnecke, als Festredner und nicht nur als Zuschauer, und er stellte den Wert der Freiheit für ein zufriedenes Dasein und Tun in den Mittelpunkt seiner Gedanken. Die Urkunden wurden traditionell übergeben durch die beiden Dekane, Prof. Johann Gerhardt, M.Div., D.Min., (Theologie) und Prof. Dr. habil Horst Rolly (Christliches Sozialwesen). Norbert Dorotik, Predigtamtssekretär der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten im Süddeutschen Verband, war ganz auf der Höhe der Zeit mit seinen Ausführungen zum Rollen- und Selbstwert eines Menschen, haben doch nicht alle Absolventen schon eine Arbeitsstelle. Mag unser Rollenwert auch zuweilen gegen Null gehen, unser Selbstwert kommt in der Liebe Gottes zum Ausdruck und in seinem Angesicht ist dieser Selbstwert unermesslich hoch. Wohl dem, der das erfahren kann. Theologie nicht zuerst apologetisch: Fragen zulassen und aushalten, welch weiter Rahmen. Auch Friedbert Ninow traf mit seinem Wort der Hochschule den Nerv der Zuhörer, denn er steht dafür (und man spürt das), wenn er sagt, Wissen kann süchtig machen nach mehr davon. Nun, solange es frei macht, immer zu. Andreas Bochmann schloss das Sendungsgebet mit den Worten „Dein Name werde verherrlicht durch die von dir so geliebten Menschen“. Dem Respons der Studenten durch Bettina Vogt war die Abschieds- und die Aufbruchsstimmung anzumerken, und so passte es am Ende zu Udo Worschechs „Ihr geht zwar, aber ...“ Last but not least kam der festliche Charakter durch die Trompeten- und Orgelklänge von Matthias Müller und André Hummel erst so richtig zum Tragen, ganz abgesehen von der Wirkung der festlich geschmückten Kapelle. |
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