„Angedacht“
Friedensauer Dozenten im Rundfunk
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„Hallo, guten Morgen“ – so oder ähnlich begrüßen Friedensauer Dozenten einige Wochen im Jahr morgens die Hörerinnen und Hörer im öffentlichrechtlichen Radioprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks. Dann verkündigen sie das „Evangelium in 1,30", sprich, in einer Minute und 30 Sekunden. Ziel ist, den kirchennahen und vor allem den kirchenfernen Menschen im Land ein gutes Wort zum Tag zu sagen. Es soll berühren, zum Nachdenken bringen, Mut machen für den Alltag, „angedacht“ eben, ohne fromme Andachtsatmosphäre und Kirchenjargon. Es geht nicht um Warnung und Schuldzuweisung, nicht um Katastrophen und Problematisieren. Das haben die Leute den ganzen Tag. Da brauchen sie nicht noch uns. Uns brauchen sie, weil wir etwas von Hoffnung wissen, vom „Trotzdem“ des Glaubens, von Jesus und seinem Ruf an die Beladenen und Mühseligen. Es ist erstaunlich, wie viel man in 90 Sekunden sagen kann – oder auch nicht. Da ist kein Platz für weitschweifende Reden und langatmiges Herleiten. Wie hat Luther einmal gesagt? „Tritt frisch auf, tu´s Maul auf, hör bald auf!“ Hier ist es pure Wirklichkeit, denn der andere da draußen hat den entscheidenden Knopf in der Hand, zuhören oder abschalten. Dass wir im Rundfunk präsent sind, liegt an der religiösen Situation in unserem Teil Deutschlands. Da gibt es nicht das Sektenimage der Freikirchen. Christen standen in der DDR zusammen, waren Schwestern und Brüder. Und etwas davon spüren wir heute noch. Das macht die Zusammenarbeit fruchtbar, ohne dass die eigene Identität bröckelt. In einer nichtchristlichen Welt ist es wichtig, dass Christus verkündigt wird. Dabei spielt die Konfession die zweite Rolle und nicht die erste. Wir danken Gott, dass wir Friedensauer das Forum Radio nutzen können und unsere Studenten darauf vorbereiten, es selbst zu tun. |
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