Ich bin nicht wehrlos!
Ein Seminar im Schloss Torgelow
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Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein geradezu zeitloses „Phänomen“. Rollenbilder, Erziehung und Selbstverständnis führen häufig dazu, dass Frauen und Mädchen sich nicht wehren oder sich sogar für wehrlos halten. Diese Opferrolle zu durchbrechen sowie Mittel und Wege zu zeigen, wie man sowohl verbaler als auch körperlicher Gewalt entgegentreten kann, war Hauptanliegen des Kurses „Ich bin nicht wehrlos – Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen“, der im Mai 2007 im Internat Schloss Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern unter Leitung von Rainer Patjens und Tina Grothe von der ThH Friedensau stattfand. 23 Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren sowie zwei für ihre Betreuung verantwortliche Mitarbeiterinnen nahmen an diesem Kurs teil. Während am Vormittag Theorie und Rollenspiele Schwerpunkt des Programms bildeten, wurden am Nachmittag in der Turnhalle einfache und effektive Techniken ausprobiert und geübt. Dabei wurde das weibliche und männliche Rollenbild genauso thematisiert wie bisher erlebte Gewalterfahrungen. In Rollenspielen wurden Situationen nachgestellt und aufgezeigt, wie und wann man sich verbal zur Wehr setzen kann und muss. Auch in diesem Kurs zeigte es sich deutlich, dass die erlebte Gewalt von Mädchen und Frauen ganz überwiegend sexueller Natur ist, aber durch die zunehmende Sexualisierung der Gesellschaft selbst von den Teilnehmerinnen inzwischen teilweise als „harmlos“ aktzeptiert wird. Die eigenen Grenzen zu erkennen und anzunehmen, aber genauso deren Einhaltung einzufordern und durchzusetzen stellte daher für manche Teilnehmerinnen den größten Lernprozess und Lernerfolg dar. Trotz der Länge der Veranstaltung waren die Teilnehmerinnen engagiert und begeistert bei der Sache. Wenn nach diesem Tag in ihren Köpfen hängen geblieben ist, dass es immer eine Chance gibt und es an ihnen liegt, ob sie sich für wehrlos halten oder nicht, dann ist dies der richtige Weg, um der Gewalt vorzubeugen. |
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