Ausländer zum Anfassen
Friedensauer Deutschkurs aktiv gegen rechts
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Weil die Landesregierung von Sachsen-Anhalt die Schulen beauftragt hatte, den 9. November als einen „Tag gegen rechts” zu gestalten, initiierten Friedensauer Studenten gemeinsam mit der Möckeraner Sekundarschule ein Treffen, bei dem es darum ging, die Schüler der 10. Klassen mit Ausländern in Kontakt zu bringen, um durch das persönliche Erleben und Kennenlernen von Menschen anderer Sprache, Kultur und Herkunft Vorurteilen entgegenzuwirken. Gerne erklärten wir vom Deutschkurs an der ThH Friedensau uns bereit, dabei mitzuwirken.Wir, das waren Fränzi aus Brasilien; Karl aus Haiti; Dascha aus Russland; Feng und Kang aus China; Petr aus Tschechien, Robert aus Myanmar und Jens, der Leiter des Deutschkurses 07/08 in Friedensau. Angeleitet wurden wir von Benjamin Klepp, dem „Weltenbummler”, den aufgrund seiner eindrucksvollen Dia-Vorträge über seine abenteuerlichen Auslandsreisen wahrscheinlich nicht nur jeder Student in Friedensau, sondern auch so manch anderer Einheimische aus der Umgebung kennt. Gemeinsam fuhren wir an einem Freitagmorgen zur Schule in Möckern.Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde jeder ausländische Deutschstudent von einer Gruppe. Zehntklässler in die Mitte genommen und – je nachdem, wie es den Beteiligten möglich war – auf Englisch, auf Russisch oder auf Deutsch über sich und sein Land ausgefragt. Das reichte von einem einfachen „Wie heißt du?” über Fragen nach Freizeitaktivitäten und bevorzugten Musikrichtungen bis hin zu Unterschieden zwischen dem Bildungssystem in China und in Deutschland. Nach jeweils etwa 10 bis 20 Minuten wurde gewechselt, sodass wohl jeder Möckeraner Zehntklässler an diesem einen Tag mit mehr Ausländern in Kontakt kam als sonst im Laufe eines ganzen Jahres. Das gemeinsame Projekt einiger Friedensauer Studenten, der Möckeraner Sekundarschule und des Deutschkurses der Hochschule rundete ein Dia-Vortrag von Benjamin ab. Nach den Ausländern „zum Anfassen” gab es nun noch einmal Ausländer „zum Ansehen”, das heißt Menschen aus den zentralasiatischen Republiken Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Turkmenistan, die Benjamin dort auf seiner Fahrradtour im Sommer 2007 getroffen hatte. Eindrucksvolle Bilder zeigten, dass anderswo nicht selbstverständlich ist, worüber sich hier bei uns keiner mehr Gedanken macht (z.B. fließendes Wasser im Haus). Bei Kaffee und Kuchen kamen einige Schüler, Lehrer und Studenten im Anschluss noch einmal in kleiner, inoffizieller Runde miteinander ins Gespräch. Neue Ideen einer weiteren Zusammenarbeit wurden dabei geboren, wie z.B. die Teilnahme der Deutschstudenten an einem Lesewettbewerb, Unterrichtspraktika oder die Vermittlung eines „Tandem-Lernens” von Fremdsprachen, doch dazu vielleicht später einmal mehr. |
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