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Warum verbringen 300 Menschen freiwillig 90 Minuten in einem kalten steinernen Gemäuer? Sie wollen Präsenz zeigen gegen Rechtsextremismus und nahmen am 22. November 2007 an einem „Konzert gegen die Gleichgültigkeit“ von Gerhard Schöne im Magdeburger Dom teil. Schöne ist ein (scheinbar) leiser christlicher Liedermacher, der mit seinen Liedern schon Generationen von Kindern und Erwachsenen eine bunte und gerechte Welt gezaubert hat. Was hat nun ausgerechnet ein sanftmütiger und für den Frieden Singender wie Gerhard Schöne rechtsextremen Auswüchsen entgegenzusetzen? Was hat unsere demokratische Gesellschaft Besseres zu bieten als verschrobene, Menschenwürde verachtende Gedankensysteme, die trotzdem manchen Menschen Lebensinhalt bieten? Oder noch zugespitzter gesagt: Wie können wir Böses verdrängen und bekämpfen? Gerhard Schönes Antworten perlten durch den Raum und erwärmten das Innere. Er sang witzig und nachdenklich für das Leben, für Respekt, Freundlichkeit, Liebe in reinster Form und widmete extremen Ansichten wenig Aufmerksamkeit. Böses kann man zum Beispiel vertreiben, indem man dem Guten Platz schafft. Und irgendwann werden die Sanften „das Erdreich besitzen“ (Mt 5,5).
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