Für euch gelesen ...

African Folk Church: Seventh-Day Adventism in Tanzania, 1903-1980.

Stefan Höschele
Studies in Christian Mission 34.
Leiden: Brill, 2007. 641 Seiten. 139 Euro.
Erhältlich im Buchhandel.


Das Wachstum der christlichen Kirchen in Afrika während des 20. Jahrhunderts ist einer der faszinierendsten Wandlungsprozesse in der Religionsgeschichte. Dieses Buch präsentiert die Geschichte der tansanischen Siebenten-Tags-Adven­tis­ten, die diesen Wandlungsprozess in mehrerer Hinsicht veranschaulichen. Nach mühsamen Anfängen folgten bald Konflikte in Bezug auf Kulturfragen; schließlich entwickelte sich ein auf eigene Art geprägtes Gemeindeleben, in dem das Erbe der Freikirche und afrikanische Elemente verschmolzen. Neben Spannungen mit dem Staat und anderen gesellschaftlichen Kräften trat die Entwicklung einer eigenen Populartheologie.

Zugleich ist der tansanische Adventismus ein Beispiel für ein wichtiges Phänomen, dem bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde: die Transformation von Minderheitskirchen in dominante religiöse Gruppen. Diese Studie eröffnet ein neues Forschungsfeld, indem sie analysiert, wie die adventistische „Gemeinde der Übrigen“ sich zu einer afrikanischen Volkskirche entwickelte und gleichzeitig versuchte, ihrem ursprünglichen Ethos treu zu bleiben.

Der Autor ist Dozent an der Theologischen Hochschule Friedensau und lehrte zuvor sechseinhalb Jahre am Tanzania Adventist College (jetzt University of Arusha). Er promovierte 2005 mit dieser Arbeit an der University of Malawi (Zentralafrika) mit einem Ph.D. in Theologie und Religionswissenschaft.

>>zurück