Die bewegte Geschichte der Friedensauer Bibliothek

Tabea Kolze
Am Abend des 17. Januar versammelten sich gut 30 Zuhörerinnen und Zuhörer zu einer ganz besonderen Lesung mit anschließendem Gespräch. Nach einigen einleitenden Worten von Ralph Köhler, dem Leiter der Hochschulbibliothek, stellte Stefan Duhr seine Masterarbeit vor, die er an der Berliner Humboldt-Universität zum Thema „Geschichte der Friedensauer Bibliothek“ geschrieben hatte. Zunächst gab es einen kurzen geschichtlichen Abriss – von den Anfängen der Bibliothek, die wahrscheinlich auf Büchersammlungen ehemaliger Lehrer zurückgeht, über Buchprüfungskommission und Büchernot bis in das Jahr 1993, in dem die Bibliothek in die jetzigen Räume umzog.

Das Hauptaugenmerk der Masterthese liegt auf dem Bücherbezug der Bibliothek in der Zeit der DDR. Dabei unterscheidet Duhr zwischen legalen, bedingt legalen und illegalen Bezugsquellen. Während seiner Ausführungen waren bei manch einem der älteren Besucher leuchtende Augen oder auch eine verstohlene Träne zu sehen.

Im zweiten Teil kamen Gäste zu Wort, deren Wirken eng mit der Bibliothek verbunden ist, namentlich Dr. Manfred Böttcher, Bernhard Oestreich, Ph.D., und Ralph Köhler; das Interview führte Dr. Johannes Hartlapp. Da wurde dann auch die eine oder andere Anekdote erzählt. Ganz zu Anfang arbeiteten die Studenten noch nicht mit Lehrbüchern, sondern nur mit ihren Mitschriften. Später, als Bücher vorhanden waren, blieb neben der körperlichen Arbeit nicht immer genügend Zeit, um sie lesen zu können. Und doch waren die Studenten von damals am Lesen interessiert dank ihrer Dozenten, die sie für die Literatur begeisterten.

Bernhard Oestreich, Dekan des Fachbereichs Theologie, charakterisierte etwas zugespitzt seine Studienzeit so: „Wenn man Bücher hat, braucht man nicht zu essen. Das kann man zu anderer Zeit erledigen.“

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