Predigtwerkstatt

von Johann Gerhardt

Teilhabe an Jesus –
Eine Predigt zum Abendmahl

Text: Jo 13,8

Die Idee:

Abendmahl als Tischgemeinschaft der Gläubigen ist ein Symbol für die Teilhabe an Jesus, an seinem Leben, Sterben und Auferstehen. Petrus hat in dem Geschehnis um die Fußwaschung die Frage nach der Teilhabe symbolhaft erlebt und durch Jesus beantwortet bekommen. „Wenn ich dich nicht wasche, hast du kein Teil an mir.” Seitdem Jesus Menschen in seine Nachfolge gerufen hat, beruft er sie auch zur Teilhabe an seinem Reich. In dieser Abendmahlspredigt werden wir den Gedanken der Teilhabe von verschiedenen Seiten bedenken.

Die Durchführung:

Einleitung:
Teilhaber sein ist schön,
- wenn man Aktien einer erfolgreichen Firma hat.
- wenn man Anteil an einem schönen Haus hat.
- wenn man Teil einer Familie ist.
- wenn man im Beruf am Erfolg beteiligt ist.

Teilhabe kann man erben, erwerben, erschleichen.Teilhabe muss man manchmal erleiden,
- als Opfer von Krieg.- bei Naturkatastrophen.
- bei ansteckenden Krankheiten.Teilhabe ist begrenzt,
- durch Geburt.- durch Stand und soziale Schicht.
- durch Finanzen.

Wie geht das mit der Teilhabe an Gott? Jesus lädt ja in der Geschichte um die Fußwaschung zur Teilhabe ein: Jo 13,8.

Hauptgedanke I:

Jesus hat Teil an uns Der Weg zur Teilhabe an Jesus geht entgegen allen Wegen der menschlichen Teilhabe. Nicht wir gewinnen Anteil an Gott, durch Askese, Opfer oder esoterisches Spezialwissen, sondern er hat Anteil an uns.

Phil 2,5-11: Jesus entäußert sich und wird Mensch: Wie groß ist die Distanz zwischen dem allmächtigen Gott und dem sündigen Menschen?

Hbr 4,14-16: Jesus erlebt die Höhen und Tiefen des Menschseins, nicht wie ein Schauspieler in einer Rolle, sondern als einer von uns.

Diese Tatsache führt zum Staunen, zur Dankbarkeit und Anbetung.

Hauptgedanke II:

Wir haben Teil an JesusErst durch die Menschwerdung Gottes eröffnet sich für uns der Weg zu Gott. Erst durch die Teilhabe Jesu an uns wird der Weg frei zu unserer Teilhabe an ihm. Und so sieht sie aus:
- Durch die Taufe gehören wir zu ihm und sind ein Teil von ihm: Rö 6,1-11. Wir sind hineingetauft in sein Sterben, Auferstehen und neues Leben. Diese Tatsache hängt nicht von unserem Fühlen ab.
- Christus ist das Haupt, wir die Glieder am Leib: 1 Ko 12.
- Wir sind Teilhaber seines Geistes: Rö 8,15.16; 2 Tim 1,7.
- Wir sind Teilhaber seines Reiches: Eph 2,19: „nicht mehr Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.”
- Wir sind Teilhaber des Erbes: Gal 3,29: „Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.”
- Wir sind Teilhaber der Leiden Christi: Rö 8,17. Für Paulus und viele andere Christen nach ihm bekommt das eigene Leid eine neue Dimension: Es ist kein Leid ohne Sinn und Zweck. Leid trennt nicht von Gott, sondern Leid verbindet den Gläubigen mit Christus. Viele hat dieses Bewusstsein getröstet.
- Die Wiederkunft ist die endgültige Verwirklichung der Teilhabe: Jo 14,1-3.
- Die Tischgemeinschaft des Abendmahls nimmt diese Teilhabe vorweg und verdeutlicht sie im Heute.

Schlussgedanke:

Nichts kann uns trennen von Gott: Rö 8,31-39.

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