Exkursion zum Deutschen Bundestag und zum ZDF

Studierende der Theologischen Hochschule Friedensau besuchten den Deutschen Bundestag und das ZDF-Landesstudio in Berlin. Die Exkursion sollte Einblicke in den Prozess von der politischen Entscheidungsbildung bis hin zur Berichterstattung in den Medien ermöglichen.

Die Plenarsitzung zum Abrüstungsbericht der Bundesregierung, die von den Studierenden aus den USA, Russland, Tansania, Simbabwe und Deutschland interessiert verfolgt wurde, verdeutlichte einmal mehr die große Bedeutung, die der internationalen Kooperation in Fragen der Rüstungskontrolle zukommt. Anschließend trafen sich die Exkursionsteilnehmer mit der Bundestagsabgeordneten Waltraud Wolff, die die Studierenden aus ihrem Heimatwahlkreis zu einem Gespräch eingeladen hatte. Die Gäste aus Friedensau informierten sich über die Vielfalt und die hohen Anforderungen der parlamentarischen Arbeit, die nur zu einem kleinen Teil im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit liegt. Rund zwei Jahre bedürfe es, so Waltraud Wolff, um eine Gesetzesinitiative mit Fraktionen, Fachvertretern, Kirchen und Interessenverbänden abzustimmen und als Gesetz zu verabschieden. Auf Nachfrage erläuterte Waltraud Wolff die Problematik, die sich ergibt, wenn die persönliche Überzeugung eines Bundestagsmitglieds in Konflikt mit dem Fraktionszwang gerät. In besonderen Situationen könne es er­forderlich sein, dass sich Bundestagsabgeordnete auch gegen politische Mehrheiten in der eigenen Fraktion behaupten müssen, da sie laut Grundgesetz nur ihrem Gewissen unterworfen sind.Beim anschließenden Besuch im ZDF-Landesstudio Berlin, dem zweitgrößten Standort des Senders nach dem Hauptsitz in Mainz, rückte die technische und journalistische Arbeit mit den Nachrichten aus dem politischen Geschehen in den Blick. So zeichnet das ZDF für sämtliche Fernsehübertragungen aus dem Deutschen Bundestag verantwortlich und stellt das Signal interessierten Sendern zur Verfügung. Der vom ZDF ermöglichte Zutritt zu einem Regieraum und zum Studio des Morgenmagazins verdeutlichte den hohen personellen und technischen Aufwand, den eine schnelle und hochwertige Berichterstattung erfordert. Im Gespräch wurde deutlich, dass es immer wieder eine Herausforderung für die Redakteure darstellt, die große Zahl an Informationen nach Zuverlässigkeit und Wichtigkeit zu bewerten und für die Zuschauer aufzubereiten.

„Demokratie geht uns alle an. Darum sollte die Exkursion die parlamentarische Demokratie anschaulich machen“, erklärte Philipp Schleinig, der im Rahmen eines „Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur“ in der Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule die Exkursion organisierte. Nicht nur bei den Teilnehmern, auch bei Vertretern des Deutschen Bundestages und des politischen Journalismus stieß dieses Anliegen auf offene Ohren.            

dp                   

>>zurück