Alumni-Ecke
Petko BonevPastor im Praktikum in München„Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst.“ Die Worte stammen von Mahatma Gandhi, einem Mann, der mit seinem friedenträchtigen Leben mehr erreicht hat als andere durch Krieg und Kampf. Diese Worte haben mich persönlich sehr stark angesprochen und zum Nachdenken angeregt. Wenn man mit 31 in das Berufsleben des Predigers einsteigt, hat man sich schon von vielen Illusionen verabschiedet. Der romantische Traum von einem Super-Pastor, der die Gemeinden verändert und neue Denkmuster auf Anhieb in die Köpfe der Menschen einpflanzt, ist nicht mehr aktuell. Man fragt sich aber dennoch: Wie gehe ich vor? Was ist mir als Prediger wichtig? Bin ich ein Statist, der nur beobachtet? Oder bin ich der Eisbrecher, der geradlinig, ohne Rücksicht auf Verluste, seinen Weg geht? Extreme sind verlockend, aber den Mittelweg zu finden ist eine echte Herausforderung! Sei du selbst die Veränderung … In diesen ersten sechs Monaten meines Dienstes hier in München habe ich etwas Interessantes für mich festgestellt: Die Menschen sehen mit den Ohren! Ja, der Ton macht die Musik. Man weiß es umso mehr, wenn es einem nicht richtig gelungen ist! Es kann viel durch eine überzeugende (gut fundierte), nette und ehrliche Umgangsweise erreicht werden. Auch wenn wir unterschiedlicher Meinung sind: Die Bereitschaft, miteinander zu reden, ist entscheidend. Es ist von großer Bedeutung, wie man in eine Diskussionsrunde hineingeht: als Alleswisser oder als Lernender. Ich sehe meine Aufgabe nicht nur darin, Informationen, Wissen oder Erkenntnis zu vermitteln. Mir geht es vielmehr um den Menschen an sich. Seine Worte, seine Gefühle, sein Weltbild. Ihn ernst zu nehmen und zu akzeptieren heißt nicht immer, seine Meinung zu teilen! Es ist eine spannende Arbeit. Eine Arbeit, die mir oft zeigt, wo meine eigenen Grenzen sind. Das ist keine frustrierende, sondern eine befreiende Erfahrung, die mich immer wieder zu Jesus hinführt. Dort, wo ich an meinen Grenzen angelangt bin, da schaltet Er sich immer ein. Letztendlich schafft Er die Veränderung … in mir und in der Gemeinde. |
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