EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser,was für eine Vorstellung hast du von Gott? Welches Bild von ihm prägt dein Leben? Ist es ein strenges oder ein liebevolles, ein väterliches, mütterliches, freundliches, das dich durchs Leben be-gleitet? Fühlst du dich aufgehoben und angenommen, wenn du an ihn denkst, oder fühlst du dich unter ständiger Beobachtung? Unser Titelbild zeigt ein Fresko von Michelangelo, seine Vorstellung von Gottvater, das in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan zu besichtigen ist. Wenn ich es mir heute betrachte, ist es nicht mehr mein Bild von Gott. Ich habe zu viel Gutes über ihn gelesen, erfahren und erlebt, dass mich diese Darstellung heute etwas erschrecken lässt. Manches Mal frage ich mich: Ist er wirklich so, wie ich ihn mir vorstelle, oder male ich mir meine Bilder so zurecht, wie ich ihn gerne sehen möchte? Ich denke, so lange wir ihn nicht von Angesicht zu Angesicht sehen können, bleiben viele unserer Bilder und Vorstellungen von ihm Krücken, aber wir kommen mit diesen Krücken eines Tages bei ihm an und das alleine zählt. Und vielleicht gibt es ja deshalb so viele unterschiedliche Bilder von ihm, weil er uns liebt und jedem seine individuell angepassten Krücken schenkt – ja, ich glaube, so ist er. Eine gute Gelegenheit, über unsere Bilder von Gott zu sprechen, bietet auch die G-Konferenz, die unter dem Motto „Mut machend – Mut machen, in harten Zeiten Gott begegnen“ steht. Die Hochschule in Friedensau hat sich zu diesem Missionscamp für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren etwas Besonderes einfallen lassen: Die KINDER-UNI. An drei Tagen können Kinder UNI-Alltag erleben und Vorlesungen besuchen, u.a. darüber, wohin Jesus bei schlechtem Wetter ging und warum es für das Leben der Jesus-Leute nicht egal ist, ob es heiß oder kalt, nass oder trocken ist, und warum das für uns auch nicht egal ist oder wie man fremde Schriften entschlüsselt oder was typisch an Mädchen und typisch an Jungs ist und vieles mehr. Für ihre Teilnahme erhalten die Kinder dann zum Abschluss ein persönliches Zertifikat der Hochschule. Nun wünsche ich allen Lesern viel Freude beim Nachdenken über die Bilder von Gott – und vielleicht sieht man sich ja zu G’2009! Martin Glaser |
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