Archäologische Nachrichten aus dem Land der Bibel
Detaillierte Geschichte des Perserreiches konserviertWissenschaftler der Universität von Chicago haben Tausende von alten beschrifteten Tontafeln und andere Schriftzeugnisse mit Hilfe digitaler Technik für die Nachwelt konserviert. In diesen Dokumenten wird eine ungewöhnlich detaillierte Geschichte des Perserreiches wieder lebendig. Die Tafeln aus den Palästen von Persepolis geben Zeugnis aus der Stadt, die das Zentrum des Perserreiches war. Die meisten Texte sind auf Tontafeln geschrieben; andere Texte sind in Aramäisch verfasst und mit Tinte auf Tonscherben bzw. Papyrus geschrieben worden. Sie liefern vor allem viele Details von der Herrschaft des Achämenidischen Königs Darius I. (die Achämeniden sind ein altpersisches Herrschergeschlecht, das 700-330 v. Chr. über die Stämme der Perser, die mit anderen indoiranischen Völkern um 1000 v. Chr. aus Zentralasien in den westlichen Iran eingewandert waren, herrschte. Kyros der Große festigte die Vormachtstellung der Perser im Vorderen Orient. Er unterwarf Medien, Lydien und das übrige Kleinasien, Babylonien und das Reich der Chaldäer). Die Schriftzeugnisse sind Teil des Befestigungsarchivs von Persepolis, einer Sammlung von 30.000 Verwaltungstafeln und Fragmenten, die von Archäologen des Oriental Institute der Universität von Chicago im Jahr 1933 in Persepolis entdeckt wurden. Die Tafeln befinden sich seitdem auf Leihbasis in Chicago zur weiteren Analyse und Konservierung. Jetzt konnte mit Hilfe einer neuartigen Scan-Technik mit der digitalen Aufnahme der Tontafeln begonnen werden, die es Forschern aus aller Welt erlaubt, auf die Abbildungen zuzugreifen und sie zu untersuchen, als wenn sie sie aufgehoben und sie unter einem Licht rotiert hätten. Die Wissenschaftler des Oriental Institute hoffen, 10.000 Tafeln bis 2010 digitalisiert zu haben. Christliche Artefakte im Irak entdecktVor kurzem sind mehr als 30 seltene christliche Artefakte von Arbeitern entdeckt worden, die Wasserleitungen in Tekrit im Irak installierten. Der Teil der Stadt, in dem die archäologischen Funde gemacht wurden, hatte bis zum späten 12. Jahrhundert eine große christliche Bevölkerung. Die Artefakte schließen Weihrauchbrenner, Silberringe und Parfümflaschen ein. Die Abteilung für Altertümer in Tekrit hofft, dass die Entdeckung dieser christlichen Artefakte, von denen manche mit gravierten Kreuzen und Edelsteinen dekoriert sind, dazu verhilft, mehr christliche Ortslagen in diesem Bereich ausfindig zu machen, um die christliche Ära der Stadt besser zu verstehen. Viele bedeutsame Ortslagen sind schon in dieser Region identifiziert worden. Römische Katakomben in der Nähe von Bethlehem entdecktBei Bauarbeiten in der Nähe von Bethlehem ist ein kleiner Komplex von römischen Katakomben freigelegt worden. Vier Steinsarkophage in zwei kleinen Kammern waren von den überraschten Bauarbeitern entdeckt worden, als der Bereich, in dem sie gerade arbeiteten, während der Installation einiger Rohre zusammenbrach. Der Leiter der Altertümerverwaltung in Jericho, Wael Hamamrah, schätzt, dass die Skelettüberreste und die zugehörigen Artefakte zwischen 1.800 und 1.900 Jahren alt sind. 5.000 Jahre alte alkoholische Medizin in Ägypten gefundenVor Kurzem sind von einem Forscher-Team der Universität von Pennsylvania in einem Grab im südlichen Ägypten 5.000 Jahre alte Flaschen entdeckt worden, die Spuren eines Alkoholgetränks enthielten. Die Wissenschaftler glauben, dass diese Substanzen für medizinische Zwecke verwendet wurden. Dieser Fund demonstriert, dass die Menschen vor 5.000 Jahren mit Medizin experimentierten und dass Alkohol ein wichtiger Teil dieser Entwicklung war. Mit Hilfe chemischer Methoden waren die Forscher in der Lage, Reste aus dem Innern der Flaschen zu entfernen. Tests ergaben, dass in diesen Resten Stoffe enthalten waren, deren Zusammensetzung in Weintrauben und Wein zu finden ist. Professor Patrick McGovern, der das Projekt leitet, will einen Schritt weitergehen und sehen, ob die alten Heilmittel rekonstruiert werden können. Grab der Kleopatra und des Mark Anton gefunden?Der Direktor der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, hat die Entdeckung eines Grabes öffentlich gemacht, von dem er glaubt, dass es das Grab der unglücklichen Liebenden Mark Anton und Kleopatra ist. Der Archäologe ist der Auffassung, dass der 45 km von Alexandria entfernt liegende Toposiris Magna Tempel der Ort ist, an dem das berühmte Liebespaar begraben liegt. Der römische General und die letzte ägyptische Königin kämpften einen bitteren Krieg gegen Octavian, den Mann, der Roms erster Kaiser werden sollte. Anstatt sich zu ergeben, nachdem ihre Armeen besiegt worden waren, begingen beide Selbstmord. Laut dem Historiker Plutarch wurden sie zusammen begraben; ihr Grab ist aber nie gefunden worden. Herrschte ein weiblicher König in Kanaan?Archäologen, die in den Ruinen der Kanaaniterstadt Beth-Shemesh im Sommer 2008 Grabungen durchführten, fanden eine dekorierte Plakette. Auf ihr ist möglicherweise die erste Darstellung einer Herrscherin zu finden, die als die „Herrin der Löwinnen“ bekannt ist. Die Plakette, die unwesentlich kleiner als eine Zigarettenpackung ist, zeigt eine Figur mit nacktem Oberkörper, die einen Rock trägt, mit kurz geschnittenem Haar; die Arme sind angewinkelt und halten zwei langstämmige Lotusblumen in die Höhe. Die Figur steht auf einem Korb, was in der altägyptischen Ikonographie die Hoheit eines Herrschers oder einer Gottheit anzeigt. Obwohl die Plakette keine Schrift aufweist, weist die Frisur der Figur und die Tatsache, dass sie Lotusblumen in den Händen hält, darauf hin, dass es sich um eine Frau handelt. Bevor das Westjordanland zum Gelobten Land für die Israeliten wurde, war Kanaan eine Sammlung von Stadtstaaten, die von hauptsächlich männlichen Königen beherrscht wurden, die ihrem mächtigeren Nachbarn Ägypten Tribut zahlten. Etwa 1350 v. Chr. sandten einzelne Kanaaniterkönige dem ägyptischen Pharao Briefe, in denen sie militärische Hilfe gegen die Habiru (nomadische Plünderer) anforderten. Von den 382 Tafeln, die man fand, wurden zwei mit dem femininen Beinamen „Herrin der Löwinnen“ unterschrieben. Einige Archäologen glauben, dass die „Herrin“ ein weiblicher Herrscher über eine Kanaaniterstadt war; über welche Stadt, blieb eine offene Frage. Die neue Plakette könnte die „Herrin“ mit der Stadt von Beth-Shemesh in Verbindung bringen, die ca. 25 km westlich von Jerusalem lag. |
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