EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser,20 Jahre sind nun vergangen, seit die ersten Menschen beider deutscher Staaten diese unbarmherzige Mauer aus Beton, Leid und Tod erklommen haben und ein Freudenfest auf ihr feierten. Was anfangs unmöglich erschien, ist Wirklichkeit geworden: Die Mauer ist gefallen, die beiden Teile Deutschlands sind nicht mehr zerschnitten, der Gewalt an diesem Platz wurde Einhalt geboten. In allen Medien und vielen Veranstaltungen wird Rückschau gehalten, das Zusammenwachsen bewertet und Zukunftsprognosen abgegeben. Welche Rolle die Kirchen im Prozess um die Freiheit in der ehemaligen DDR spielten, wie sehr die politischen Ereignisse auch die Entwicklungsmöglichkeiten Friedensaus beeinflussten und wie sehr sich Menschen für die Bildungseinrichtung in Friedensau zu allen Zeiten einsetzten, wollen wir mit dieser Themenausgabe etwas beleuchten. Es ist gut zu sehen, wie sehr es sich lohnt, um Freiheit und Mitmenschlichkeit zu kämpfen, sich einzusetzen gegen Unterdrückung und Gewalt, gegen Armut und Vernachlässigung unserer Kinder, gegen die Ausbeutung und Zerstörung der Natur. Es ist gut zu sehen, dass in allen Zeiten – guten wie schlechten – im Nachhinein immer die Spuren Gottes sichtbar werden, der, auch wenn wir es nicht immer sofort erkennen, diese Welt zusammenhält. Für uns Menschen bleibt: zusammenhalten und füreinander da sein. Das ist das Beste, womit alles Negative besiegt werden kann. Das lehrt uns die Geschichte und das lehrt uns Gottes Wort (Gal 5,13): „Der wichtigste Lebensinhalt ist, in gegenseitiger Liebe Rücksicht aufeinander zu nehmen“. Dies gilt für alle Bereiche, seien sie politischer, weltanschaulicher oder konfessioneller Natur. Martin Glaser |
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