Graduierungswochenende in Friedensau
Willkommen und Abschied – Neuankömmlinge und Absolventen feiern Gottesdienst.
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Mit großartiger Musik – man könnte auch sagen: mit Pauken und Trompeten – begann der Eröffnungsgottesdienst am 10. Oktober 2009 unter der Leitung des Absolventen Laurent Mutamba. Die Kapelle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Für die Studierenden, die in Erwartung ihrer Urkunden mit Familienangehörigen angereist waren, und für die neuen, die nun in Friedensau ihre Ausbildung beginnen, war es ein ganz besonderes Ereignis. Aber auch diejenigen, die schon einige Semester absolvierten und noch einige Zeit des Studium vor sich haben, freuten sich, wieder da zu sein. Der Pastor der Friedensauer Gemeinde, Gerald Hummel, und der Rektor der Hochschule, Professor Johann Gerhardt, leiteten die Besucher durch den Gottesdienst. Begrüßt werden konnte eine größere Anzahl von Gästen, so der Alt-Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, Professor Udo Worschech, der Rektor der französischen adventistischen Hochschule in Collonges, Ralf Wegener.
Siebzig neue Studierende aus aller Welt, unter anderem aus Ghana, Haiti, Nepal und natürlich Deutschland, wurden vorgestellt. Zusätzlich konnten die zehn Jugendlichen des Projekts „1year4Jesus“ durch Dietmar Dost, den neuen „Chaplain“ der Hochschule, begrüßt werden. Alle Neuen wurden auch von der Gemeinde Friedensau herzlich willkommen geheißen. Musikalisch umrahmt wurde dies durch Hannah Bendner mit Band und dem Lied „Volle Kraft voraus“. Aber es gab nicht nur das Willkommen. Abschiednehmen galt es für die Absolventen der Hochschule. Die Dankesrede der Absolventen hielten Simon Tews (Bachelor Theologie) und Esther Canedo Varela (Bachelor Christliches Sozialwesen). Für sie war Friedensau in den letzten drei Jahren eine Heimat, der Ort des Studiums mit der bereichernden Vielfalt an Meinungen, Gedanken und auch „geistliche Tankstelle“. Sie schätzten ihre Dozenten und Kommilitonen. Sie dankten dafür, dass sie immer ein offenes Ohr für Fragen und einen fairen Meinungsaustausch fanden. Sie profitierten aus den vielen Erfahrungen und Gesprächen. Auch die Ortsgemeinde bot Raum für Entfaltung und begleitete durch Gebet. So gehen die Absolventen aus Friedensau mit einem großen Wissens- und Erfahrungsschatz, auf den es aufzubauen gilt. Sie fanden Freunde fürs Leben und werden die wichtige Zeit in Friedensau nie vergessen. Der Präsident der Deutschschweizerischen Vereinigung, Günther Maurer, hielt die Festtagspredigt. Er ermutigte mit der Botschaft, dass das Evangelium uns trägt und nicht wir das Evangelium tragen müssen. Nichts kann uns hindern, bei Gott zu sein, denn Gott ist größer als alles. Ganz gleich was kommt, fest und sicher bleibt die eine Hoffnung: Jesus kommt bald! Er schloss mit dem Aufruf aus Philipper 4,4: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Als am Nachmittag das traditionelle Konzert zur Studienjahreseröffnung stattfand, begrüßte der Rektor, Professor Johann Gerhardt, mit Gedanken zum Thema Wende – in politischer Hinsicht und im privaten Leben. So ist ein Studienbeginn immer eine Wende im Leben. Auch Friedensau wäre ohne Wende heute nicht das, was es jetzt ist. So fand das Konzert im Zeichen der Zusammenführung von Vergangenheit und Gegenwart statt. Das Kammerorchester der Theologischen Hochschule Friedensau dirigierten Jürgen Hartmann und André Hummel. Es erklangen Stücke von Stanley, Händel, Schmelzer, Molter, Libertino und Vivaldi. Die Gradierung am Sonntag bedeutete für so manchen gleichzeitig Abschiednehmen von der Hochschule, von Freunden und der Heimat auf Zeit, Friedensau. Aber es konnte keine Stimmung der Traurigkeit aufkommen, denn der Gospelchor „spirited“ aus Berlin, dessen Leiter Christoph Zschunke hier studierte, rief mit seinen Liedern eine Stimmung der Freude hervor. Der Festredner Professor Günther Henze, Direktor der Kinderchirurgie der Charité in Berlin, hielt fest, dass Sozialpädagogen und Seelsorger auch in Krankenhäusern wichtig sind und sprach den Absolventen Mut zu, an sich zu glauben und nicht aufzugeben. Jeder kann etwas zum Gelingen des Lebens in einer lebenswerten Gesellschaft beitragen. Der Dekan des Fachbereiches Christliches Sozialwesen, Professor Dr. Horst Rolly, und der Dekan des Fachbereiches Theologie, Dr. Friedbert Ninow, übergaben die Urkunden an die 40 Absolventen und verabschiedeten sie mit dem zusätzlichen Wunsch, den Kontakt mit Friedensau weiterhin zu pflegen. Friedensau sei ein Platz, an dem sie jederzeit willkommen seien. Im Grußwort der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sprach der Sekretär des Norddeutschen Verbandes, Friedbert Hartmann, aus, dass Friedensau drei Dimensionen des Lebens prägt: den Blick nach vorn, damit man nicht stolpert, den Blick nach hinten, um sich zu erinnern, woher man kommt, und den Blick nach oben, zu Gott, der einen überallhin begleitet. Er bat die Absolventen, zu Gehilfen der Freude über die Gute Nachricht zu werden. Das Wort des Studentenrats sprach René Zywietz. Den Respons der Absolventen brachten Sasa Gunjevic und Markus Merkert (Theologie) sowie Jana Kaufmann und Tabea Kolze (Christliches Sozialwesen) vor: Alle kamen einst mit großen Erwartungen. Nun verlassen sie den Ort des Studiums mit den so weit zurückreichenden Traditionen. Sie erlebten, dass man bei Gott an Großes denken darf und mit ihm alles möglich ist. Möge dieser Ort des Studiums und der Begegnung immer wieder jungen Menschen Mut machen, Neues zu wagen und sich in den Dienst Jesu stellen zu lassen. Der Ruf will beantwortet sein, nicht nur mit Pauken und Trompeten! |
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