EDITORIAL
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Liebe Leserin,
lieber Leser,
seit gut einem Jahr wohne ich nun auf dem Land, in einem Dorf mit rund 2.500 Einwohnern, und was mir hier auffällt: Die Hälfte der Bevölkerung ist in Vereinen engagiert. Vier Gesangsvereine, Fußball-, Kegel-, Tennis- und Turnvereine, Alten-, Heimat- und Wanderverein, Alphornbläser, Winzer- und Bauernverein – um nur einige zu nennen. 22 habe ich bis jetzt gezählt, und was mich ebenso erstaunt: Hier geht vieles noch zusammen. Junge und Alte finden bei vielen Freizeitaktivitäten, Spiel, Sport und Unterhaltung gemeinsame Erlebnisse. Das schweißt zusammen, man kennt und versteht sich. Ob dies nun ein Einzelfall ist?
Mir tut es auf alle Fälle gut. Es ist gut, mitgenommen zu werden in die Jugend – es wirkt gegen die Verengung und eine zu starke Festlegung im Alter. Ebenso merke ich, dass Erfahrung bei vielen jungen Menschen hoch im Kurs steht, und es gibt ein gutes Gefühl, gebraucht zu werden. In der vorliegenden Ausgabe des DIALOG beschäftigen wir uns mit diesem Thema „Jugend und Alter in unseren Gemeinden“. Wie kann das Miteinander besser gelingen? Damit es als Zeichen des Zusammenlebens, als Vorbild dienen kann? Gibt es Wege für Alte und Junge, Gottesdienst gemeinsam zu gestalten? Ich weiß nicht, ob diese Ausgabe genügend Antworten und Anregungen enthält, um eine Änderung herbeizuführen, aber vielleicht beginnt allein schon im Nachdenken darüber Veränderung. Ich wünsche mir eine Gemeinde, in der sich Jung und Alt gegenseitig tragen, gemeinsam Gott feiern, miteinander Gemeinde bauen – eben zusammen älter oder alt werden. So, wie ich es in unserem kleinen Dorf erlebe. Euer Martin Glaser
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