"...damit sie eins seien"
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Geistliches Leben gipfelt im Gottesdienst.Hier ist es geborgen. Hier wird es zur Gemeinde. Gottesdienst ist das Einüben göttlich bestimmter Freiheit. Zu allen Zeiten hat die Gemeinde Formen entwickelt und benutzt. Gottesdienstliche Zeiten und Räume, liturgische Abläufe, die Musik waren den Gläubigen meist von klein auf vertraut. Diese Vertrautheit mit Formen ist ein individueller Schatz, der durch das Nachfolgende nicht an Bedeutung verliert. Aber: Gottesdienstliche Ablauf- und Gestaltungsformen sind immer geschichtlich gewachsen. Sie können Hilfen bei der Vermittlung von Inhalten darstellen, aber in keinem Punkt biblische Autorität für sich beanspruchen. Somit stellt sich für jede Zeit neu die Frage, mit welchen Formen diese Inhalte angemessen und glaubwürdig gelebt und verbreitet werden können. Mancher mag die Spaltung der christlichen Kirche in verschiedene Bekenntnisse bedauern. Viel näher rückt das Problem aber, wenn in der eigenen Gemeinde unüberwindliche Hindernisse, z.B. zwischen den Generationen, einen gemeinsam gestalteten Gottesdienst unmöglich machen. Hier geht es schließlich nicht um Glaubensüberzeugungen, sondern „nur“ um äußere Formen. Und es gibt für diese „Trennung“ viele Argumente:
Menschen sind unterschiedlich; sie brauchen daher ein Nebeneinander verschiedener Formen für (grundsätzlich) dieselben Inhalte, ausgerichtet auf das jeweilige Lebensalter, die Lebenssituation.Diese Frage ist in unseren Gemeinden immer wieder Grund zum Auseinander- Setzen. Es fällt Menschen nicht leicht, vertraute Formen als lediglich sekundäre Gestaltungselemente zu begreifen und Inhalte davon abzugrenzen. Vom geistlichen Standpunkt betrachtet, ist jedoch Trennung meines Erachtens der falsche Weg. Wie aber können wir trotz der Verschiedenheit zu gemeinsamer Anbetung, zu gemeinsamem Gottesdienst kommen? Im 17. Kapitel des Johannesevangeliums legt Jesus seinem himmlischen Vater die Bitte um Einheit für seine Nachfolger mehrfach und begründet vor. Das zeigt doch: Dieses Einssein ist ihm ganz wichtig, Uneinigkeit eine Lebensbedrohung für die Gemeinde.
„ Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen … damit sie eins seien wie wir.“ (V. 11)
„… dass alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir; dass sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ (V. 21)
„… damit sie eins seien, wie wir eins sind.“ (V. 22) „… so mögen sie zur vollendeten Einheit gelangen, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und dass ich sie geliebt habe, wie du mich geliebt hast.“ (V. 23)
Nach Vers 11 ist die Einheit von Vater und Sohn Maßstab und Vorbild für die geistliche Einheit der Jünger. Vers 21 gibt noch eine weitere Erklärung: „Damit auch sie in uns seien“. Das Einssein schafft also auch die Gottesverbindung. Und schließlich lässt die Einheit Außenstehende erkennen, dass Gott am Wirken ist (Vers 23), besitzt also missionarischen Charakter. Die Einigkeit der Gemeinde war auch für den Apostel Paulus ein Herzensanliegen (vgl. Röm 12,5; 1 Kor 12,12.20; Gal 3,28; Eph 2,14f.). Bezogen auf das Verhältnis von Juden- und Heidenchristen, aber auch auf das Verhältnis zwischen den Generationen. Und wer dieses geistgewirkte Einssein verletzt, steht in der Gefahr, nicht mehr „in uns“, nicht mehr „in Gott“ zu sein. Kann eine in einzelne Generationen aufgeteilte Gemeinde missionarisch wirken?
Doch wohl nur, wenn die innere, die geistliche Einheit gewahrt bleibt. Ist diese Einheit nicht da, schaffen Diskussionen über trennende Einzelheiten Ablenkung und Spaltung, wird es kein Wachstum geben. Jesus wollte seine Jünger zu einem mächtigen Zeugnis für die Realität der Liebe Gottes vereinen, damit „die Welt glaube, dass du mich gesandt hast“.
Unser Generationsproblem ist nicht neu. Schon das Alte Testament schließt mit Gottes Verheißung: „Ich sende euch den Propheten Elia ... Der wird das Herz der Väter [und Mütter] wieder den Söhnen [und Töchtern] und das Herz der Söhne [und Töchter] ihren Vätern [und Müttern] zuwenden.“ (Mal 3,23.24) Ich wünsche mir, dass dieses Wort sich in unseren Tagen erfüllt. |
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