Berichte aus Friedensau

Tagung „Globale Perspektiven der Geschlechterpolitik“ in Kooperation mit Humboldt-Universität zu Berlin

Nicht nur in den europäischen Ländern stellt die Gleichberechtigung der Frau einen Brennpunkt in der Diskussion dar, auch die Stimmen muslimischer Frauenrechtsbewegungen werden im Iran immer lauter. Neben Bildung und Analphabetenrate stellt auch die Geschlechterrelation einen Indikator für die gesellschaftliche Entwicklung eines Tagung „Globale Perspektiven der Geschlechterpolitik“ in Kooperation mit Humboldt-Universität zu Berlin Landes dar. Diesen Problemen widmete sich die Theologische Hochschule Friedensau in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität Berlin am 11.12. 2009 in einer Tagung zum Thema „Globale Perspektiven der Geschlechterpolitik”. Nach der Eröffnung durch den Rektor
Prof. Johann Gerhardt, M.Div., D.Min., führte Dr. phil. Ingrid Jungwirth (Humboldt-Universität) in das Tagungsprogramm ein und verdeutlichte die unmittelbare Relevanz des Themas. Die Idee zur Tagung entstand bei einem Treffen auf einer Konferenz in Armenien zum Thema gesellschaftlicher Wandel, während im Iran Wahlen stattfanden. Die Aktualität des Themas führte zu einer Einladung der iranischen Wissenschaftlerin Maryam Rafatjah, Ph.D.,von der Universität Teheran. Frau Rafatjahsprach über die Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt zwischen Mann und Frau. In der iranischen Gesellschaft werden Führungspositionen vornehmlich durch Männer besetzt, wogegen sich die Kritik von Frauenrechtsbewegungen richtet. Zu deren Aktivitäten vor den diesjährigen Wahlen referierte Dr. Parto Teherani- Krönner (Humboldt-Universität). In den Debatten und Demonstrationen zu den Rechten der Frauen erkennt Frau Rafatjah eine große Möglichkeit, die Probleme in den Blickpunkt des öffentlichen
Interesses zu rücken. Zu verschiedenen Schwerpunkten der Geschlechterpolitik sprachen des Weiteren Prof. Dr. Gudrun Lachenmann (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Ina Kerner, Dr. des. Hanna Meißner (TU Berlin), Anna Müssener, M.Sc. (Freie Universität Berlin) sowie Dr. rer. pol. habil. Ulrike Schultz (Theologische Hochschule Friedensau). Die gut besuchte Tagung regte zu Diskussionen zwischen
den Zuhörern und Referenten an, die einen konstruktiven Austausch boten.
Anja Tabatzki

 

Dualer Studiengang „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ gestartet

In einer Kooperation des Fachbereichs Christliches Sozialwesen der Theologischen Hochschule Friedensau mit dem Krankenhaus Waldfriede (Berlin) startete im Wintersemester 2009/ 2010 ein dualer Bachelorstudiengang „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“. Die Konzeption des Studiengangs vereint eine Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege mit einem Bachelorabschluss als akademische Qualifikation (vorbehaltlich einer Akkreditierung des Studiengangs). Die Regelstudienzeit ist auf neun Semester angelegt. Neben einzelnen Lehrmodulen zu Methoden und Techniken der wissenschaftlichen Arbeit, die begleitend an der Hochschule in Friedensau besucht werden, sind die ersten sechs Semester der Berufsausbildung an der Akademie für Gesundheits- und Krankenpflege des
Krankenhauses Waldfriede vorbehalten. An dem akademischen Lehrkrankenhaus der Berliner Charité erfolgt nach drei Jahren die Berufsabschlussprüfung. Die anschließenden drei Semester werden
als Präsenzstudium an der Hochschule Friedensau durchgeführt. Studieninhalte sind dabei unter anderem Sozialmedizin und -psychiatrie, Qualitätsmanagement, interkulturelle Aspekte und innovative Entwicklungen des Fachgebiets, qualitative und quantitative Sozialforschung, Englisch für Pflegebereiche sowie ethische Grundlagen des Handelns. Den Abschluss bildet eine Bachelorarbeit. Der duale Studiengang kommt den gewachsenen Anforderungen nach, denen Menschen in Pflegeberufen gegenüberstehen. Die Verbindung von Theorie und Praxis soll eine hohe Kompetenz ermöglichen, die sowohl zum fundierten Arbeiten als auch zum beruflichen Erfolg beiträgt. dp

 

Lesung zum Gedenken in der Bibliothek Friedensau

„Die Nacht“ erinnert an den Tag der KZ-Befreiung

von Stephen Zechendorf

Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Seit 1996 ist der 27. Januar Holocaust- Gedenktag. Mit einer Lesung wurde in der Theologischen Hochschule Friedensau daran erinnert. Möckern. Der frühere Bundespräsident Roman Herzog initiierte den Gedenktag und stellte fest: „Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“ Einer, der im Jerichower Land immer wieder zur Wachsamkeit mahnt, ist Dietmar Päschel. Päschel ist Mitarbeiter an der Theologischen Hochschule und hält seit Jahren das Gedenken an den Holocaust aufrecht. „Die Geschehnisse dürfen nicht vergessen werden“, mahnt der 1979 geborene junge Mann und lädt zu Lesungen im Gedenken an die Pogromnacht, den Holocaust oder wie jetzt an die Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) vor genau 65 Jahren ein. Der Doktorand der Systematischen Theologie hat einen seiner Arbeitsschwerpunkte auf das jüdisch-christliche Verhältnis gelegt und zu dem Thema auch publiziert. Im Jahr 2006 führte er gemeinsam mit dem Landesrabbiner Moshe Flomenmann interessierte Bürger aus der Region in die Situation jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt ein, 2009 beteiligte er sich an einem jüdischen Abend in der interkulturellen Woche in Burg. Dietmar Päschels jüngster Einladung zur literarischen Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit folgen 60 Menschen aus der Region. In dem Buch „Die Nacht“ geht es um die Erlebnisse von Elie Wiesel, der als junger Mensch in das Konzentrationslager Birkenau verschleppt wird, hier zunächst auf ewig von seiner Mutter und Schwester getrennt wird, und dann, kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers, auch noch den Tod seines schwer kranken Vaters miterleben muss. In eindrucksvollen Worten hat Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel diese Erlebnisse niedergeschrieben. In angemessener Form vermittelt Dietmar Päschel diese Worte in der bis auf eine Leselampe abgedunkelten Bibliothek der Theologischen Hochschule Friedensau. Zwischen den feinsinnig
ausgewählten Textpassagen, die das gesamte Erleben von Elie Wiesel im KZ umfassen, gibt Dietmar Päschel Erklärungen zum jüdischen Glauben. Doch es ist wohl die letzte Veranstaltung mit Dietmar Päschel in Friedensau gegen das Vergessen der Vergangenheit. Infolge seiner Vorbereitungen auf seine Doktorarbeit verlässt er die Hochschule Friedensau.

 

Friedensauer Studenten in Concert

„Coming Home” Die erste CD der Söhne Möckerns ist da

Der STA-Award 2008 war ihr Sprungbrett zu größeren Konzerten in Herne, Rostock, Leipzig, Berlin und  einem Auftritt bei Link2Life in Darmstadt, einer Sendung der Adventjugend Deutschland. Nun ist es endlich soweit, das erste Album der fünf Friedensauer Theologiestudenten ist fertig produziert. Es besteht aus sechs selbstgeschriebenen Songs, einem 20-seitigen Booklet und viel Bonusmaterial. Das Album soll jedoch nicht nur ihren Spaß an der Musik ausdrücken, genauso sehr ist es ein Bekenntnis zu Gott und der Wunsch, dass alle Christen zu einer Familie zusammenwachsen. Auf ihrer Seite www.soehnemoeckerns.de oder auf www.adventistmedia.de kann man ihr erstes Werk erwerben.
Anja Tabatzki

 

Samstagabend noch nix vor? Oder brauchst du einfach eine Pause vom Studienalltag?

... komm ins StuZ!

 

Das StuZ ist das Studenten-Zentrum in Friedensau. Die Räumlichkeiten im Erich-Meyer-Haus laden zum Wohlfühlen und Entspannen, zum Reden und gemütlichen Beisammensein ein. In der Studienzeit treffen sich die Studenten zweimal in der Woche, mittwochs und samstags, jeweils um 20 Uhr zum „Stutzen“. Ein freundliches Team, bestehend aus ortsansässigen Studenten, kümmert sich um die Besucher und Gäste. Auf der Speisekarte stehen verschiedene Pizzasorten, Pommes und Baguette, aber auch kleine, süße Snacks. Zum „Runterspülen“ werden Softdrinks und Malzbier, leckere Tees oder Milchshakes angeboten. Ebenfalls im Sortiment und nicht nur im Sommer beliebt sind die Eisbecher, die individuell zusammengestellt werden können. Einige Studenten kommen ausschließlich zum Spielen. Neben diversen Gesellschafts- und Brettspielen sind auch Billard oder Tischkicker vorhanden. Die StuZ-Räumlichkeiten werden auch für das Gemeinde-Potluck jeden ersten Samstag im Monat oder für andere Feiern jeglicher Art genutzt. Beliebt ist das StuZ auch als Treffpunkt bei Lerngruppen, zur Vesper, zur Übertragung von Link2Life. Fragt man einen Studenten, was ihm zum Thema „Studenten-Zentrum“ spontan einfällt, kommt mit großer Sicherheit das Stichwort Gemeinschaft. In der ungezwungenen Atmosphäre kann man Leute treffen, sich über aktuelle Themen austauschen oder die Zeit nutzen, um neue Kontakte zu knüpfen oder alte wieder aufzufrischen.

Tabea Kolze

 

„Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“

Leises Schnauben, das Klappern von Hufen und der Geruch von Pferdemist und Heu schlagen mir entgegen, nachdem ich den Stall auf dem Campus betreten habe. Als sich die Augen an das schwache Licht gewöhnt haben, erkenne ich drei Mädchen, die um die Pferde schwirren. Im ersten Augenblick sieht es gefährlich aus, wie sie unter den Tieren hocken und an den Hufen schrubben. Doch Cindy, Conny und Vivien wissen, wie die Hufe gesäubert werden und woran die Pferde gewöhnt sind. Mehrmals in der Woche sind sie mit der Pflege der Pferde beschäftigt. Zu den regelmäßigen Aufgaben gehören dabei Ausmisten, Säubern der Hufe, Ausreiten sowie die Pferde auf die Koppel zu bringen und wieder in den Stall zu führen. Drei große Pferde und ein Pony beherbergt der Pferdestall. Reiten ist ein eleganter Ausgleichssport, der den Studierenden in Friedensau ermöglicht wird. Weitläufige Wiesen und Wälder bieten dafür das ideale Umfeld.
Cathlin Stammler

 

Gedenkgottesdienst in Verbundenheit mit Haiti

In einem Gottesdienst gedachten Studierende und Mitarbeiter der Theologischen Hochschule Friedensau der Opfer der Erdbebenkatastrophe in Haiti. Sechs junge Männer aus dem Karibikstaat studieren derzeit an der Hochschule. Jeder von ihnen hat durch das Erdbeben am 12. Januar 2010 Freunde oder Verwandte verloren. Angesichts der Bestürzung und der Trauer lassen sich nur schwer angemessene
Worte finden, so Pastor Gerald Hummel. Er zitierte die 1945 im zerstörten Dresden komponierte Trauermotette von Rudolf Mauersberger: „Wie liegt die Stadt so wüst, die voll Volks war ... Darum
ist unser Herz betrübt und unsere Augen sind finster geworden.“ In einem Fürbittengebet entzündeten die haitianischen Studenten als Zeichen der Hoffnung Kerzen für das zerstörte Haiti, für die Helfer vor Ort und als Erinnerung an ihre Angehörigen und Freunde. Mit dem Choral „Befiehl du deine Wege“ von Paul Gerhardt verbanden sich der Wunsch und das Gebet, nicht in der Resignation zu verbleiben, sondern neue Zuversicht zu gewinnen. Einer der Friedensauer Studenten aus Haiti befand sich während des Gedenkgottesdienstes bereits auf dem Weg in sein Heimatland. Er wird im Auftrag einer deutschen Hilfsorganisation als Dolmetscher und mit seinen Landeskenntnissen die Katastrophenhilfe vor Ort unterstützen.

 

 

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