Die Predigtwerkstatt - Eine Predigtidee von Bernhard Oestreich

Jesus schafft das, auch mit uns schwierigen Fällen.

Bernhard Oestreich

Predigttext: Markus 8,13-26

Schritt 1:

Lauschen auf den Text Die Jünger haben vergessen, Brot mitzunehmen. Das beschäftigt sie. Sie haben die Reserven gezählt: nur ein Brot. Das ist viel zu wenig! In einer langen Rede tadelt Jesus sie dafür und erinnert siean die Speisungswunder. Ich frage mich: Warum ist diese Rede so lang (V. 17-21)? Und warum hat diese Rede einen so harten Klang? Er wirft ihnen Unverständnis, Blindheit, Taubheit und Herzenshärte vor. Das sind Zitate aus Jeremia 5,21.23, wo der Prophet das untreue Israel tadelt. Was ist so schlimm an der Diskussion um die vergessenen Brote? Und was soll die Warnung vor dem Sauerteig der Pharisäer? Mit den Pharisäern hatte er gerade vorher eine Auseinandersetzung gehabt (V. 11-12). Sind die Jünger in Gefahr, genauso ungläubig und ablehnend zu sein? Offenbar geschieht etwas bei den Jüngern, das Jesus schlimm findet, fast so schlimm wie der Unglaube der Pharisäer. Was ist es? Es hat zu tun mit ihrer Diskussion im Schiff über das vergessene Brot.

Schritt 2:

Entdecken der Aktualität des Textes

Diskussionen über Vergessenes, Versäumtes, Falsches, das gibt es auch bei uns. Ich habe auch schon manche Diskussion geführt über Versäumnisse in der Gemeinde. Wie konnte das passieren? Und das bei uns, die wir vorbildlich sein sollten! Wer hat da seine Aufgabe nicht erfüllt? Die Suche nach Schuldigen, das kenne ich auch. Was ist daran so schlimm? Muss man nicht die Dinge beim Namen nennen?

Schritt 3:

Noch einmal Lauschen auf den Text

Die Warnung vor dem Geist der Pharisäer und das Zitat der Vorwürfe des Propheten Jeremia zeigen, dass es hier um Unglauben geht. Jesus erinnert an die Speisungswunder. Er fragt die Jünger ab wie die Schuljungen. Das macht deutlich: Das Problem ist, nicht mit Jesus zu rechnen. Die Jünger vergessen, dass sie nicht deshalb leben, weil sie immer rechtzeitig für Brot gesorgt haben, sondern weil Jesus rechtzeitig Wunder getan hat.

Schritt 4:

Noch einmal Entdecken der Aktualität des Textes

In unseren Diskussionen um Fehler in der Gemeinde – wo rechnen wir da mit Jesus? Wo denken wir daran, dass er Wunder getan hat? Wir tun, als wären wir noch da, weil die Fehler nicht zu groß waren und wir immer die richtigen Maßnahmen getroffen hätten oder die Schuldigen gefunden hätten. Und so suchen wir wieder nach Schuldigen und überlegen Gegenmaß- nahmen – und verlieren Jesus aus den Augen. Wir rechnen nicht damit, dass Jesus auch auf krummen Zeilen gerade schreiben kann. Das ist Unglaube. Dabei gibt es uns nur deshalb, weil Jesus Wunder getan hat und uns trotz aller Fehler festgehalten hat durch unsere ganze Geschichte hindurch. Wie wird es besser mit uns? Wie wird man mit dem Unglauben fertig?

Schritt 5:

Noch einmal Lauschen auf den Text

Von den Jüngern kommt keine Lösung. Sie antworten nicht auf die Vorwürfe Jesu. Gibt es keinen Ausweg? Ich lese weiter (V. 22-26): Jesus heilt einen Blinden, einen, der Augen hat und nicht sieht – wie die Jünger. Jesus heilt nicht nur mit einem Wort, sondern wird mit Händen aktiv. Und es gelingt nicht beim ersten Mal. Nur bei diesem einen Wunder Jesu wird berichtet, dass der erste Versuch keinen vollen Erfolg bringt. Offensichtlich ein besonders schwieriger Fall. Aber Jesus legt noch einmal die Hände auf. Und schließlich sieht der Mann alles ganz klar.

Schritt 6:

Predigtbotschaft

Jesus schafft das, auch mit uns schwierigen Fällen.

Schritt 7:

Gliederung

1. Versagen beschäftigt uns sehr

a) Wir grenzen uns von den Ungläubigen ab (V. 13)

b) Auch bei uns gibt es Versagen (V. 14)

c) Das Versagen beschäftigt uns sehr (V. 14.16)

2. Wo Versagen ist, ist der Glaube in Gefahr

a) Jesus hält die Diskussion über das Versagen für schlimm (V. 17-18)

b) Wir sind nicht besser als die ungläubigen Pharisäer (V. 15)

c) Nicht mit Jesus rechnen, das ist Unglaube (V. 19-21)

3. Jesus schafft das, auch mit den schwierigen Fällen (V. 22-26)

a) Die Lösung liegt nicht beim Menschen, die Jünger sagen nichts

b) Der Markustext verweist auf Jesus, der einen Blinden heilt

c) Jesus schafft das, auch mit uns schwierigen Fällen

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