Die Predigtwerkstatt Nr. 47
Zur Erinnerung:„Morgen war alles ganz anders!“Predigttext: 1 Kor 15,1 und 2 Ptr 1,12.13
Einleitung:Die Suche nach Vergewisserung und Verstetigung in offenem Lebensentwurf ist eine Aufgabe für jedermann in der gegenwärtigen Zeit. Beispiel: gegenwärtige Lage der jungen Menschen – Bildungsprekariat, Chancenungleichheit usw. Eigene Lösungen oft im Rückgriff auf eigene Erinnerung: Das kennen wir. Erzählen von früher. Das kann spannend sein – oder langweilig.
I. Sich erinnern- als Weg der Vergewisserung Sich erinnern an - Familie - Freunde - Erfahrungen - Streiche der JugendWir sind aus Erinnerungen gebildet - unbewusst vorgeburtlich - alle Reize und Informationen sind gespeichert - auch Sucht, Schmerz – Erinnerung der Zellen - daraus formen sich Gewohnheit, Charakter, Lebensentwurf - im Alter Leben nur noch aus der ErinnerungErinnerung gibt Kraft, Mut, Verstetigung für heute. Zeichen der Erinnerung: Feste der Familie, Hochzeitstag, Goldene HochzeitDann gilt der Satz: „Wir haben für die Zukunft nichts zu befürchten, es sei denn wir vergäßen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat.“ (EGW) - als Weg der Verunsicherung Sich erinnern an - Schmerz der Erfahrung, zerbrochene Liebe - Trauer über Verlust - Schuld oder Versagen - abgelehnt, verspottet, missbraucht - Trauma der ErinnerungManche Erinnerung ist so schrecklich, dass sie in Eis gepackt ist. Immer wieder neues Eis, damit ja nichts auftaucht. Psychotherapeutische Praxen sind voll davon. Weil das so ist, weil die positive Erinnerung nicht über den Tod trägt, weil die negative das Leben schwer macht, brauchen wir eine Erinnerung, die über das subjektive Erleben hinaussteigt.
II. Erinnern an das EvangeliumPaulus: 1 Kor 15, Erinnertwerden an den großen biblischen Zusammenhang: Wir suchen Antwort auf die großen Fragen: - Wo komme ich her? - Wo gehe ich hin? Paulus greift zurück: „Ich erinnere euch an das Evangelium, obwohl ihr’s wisst. Warum? - weil unsere Erinnerung zu schwach ist Die junge Gemeinde in Korinth steht vor der Frage nach dem Tod, denn Jesus war noch nicht wiedergekommen und etliche aus den Reihen der Gläubigen waren gestorben: - „Wie sagen etliche unter euch, es gibt keine Auferstehung? Ich erinnere euch an das Evangelium von der Auferstehung Jesu.“ Paulus beantwortet nicht alle Fragen über die Auferstehung, aber die Frage nach der Bedeutung der Auferstehung Jesu für das eigene Glauben und Leben. Unseren Gemeinden würde Paulus sagen wie den Galatern, Kolossern, Ephesern: Das Evangelium erinnert uns an Wirklichkeiten, die größer sind als unsere Erinnerung: Es erinnert uns an uns selbst: Wir gehören zu Gott. Es erinnert uns an den anderen. Nehmet einander an (versöhnte Verschiedenheit, Milieus). Es erinnert an die Welt (Ziel von Gottes Liebe). So feiern wir heute Gottesdienst. Als Zeichen der Erinnerung. Wir lassen uns erinnern.
Schluss:Morgen war alles anders. Alles ist im Fluss. Das Leben ist und bleibt ungewiss, spannend, unberechenbar. Wir pflegen eine Erinnerungskultur: Wir erinnern uns. - damit schmerzliche Erinnerungen heilen |
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