Islam-Symposium
vom 16. bis zum 18. April 2010
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Die Theologische Hochschule Friedens-au veranstaltete im April 2010 ein Symposium über den Dialog zwischen Islam und Christentum, für den auch die Weltkirche der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten ein stärkeres Engagement eingegangen ist. Die Bedeutung eines solchen Engagements ist mehrschichtig. Zunächst ist es die generelle gesellschaftlich-politische Reaktion auf die seit zwei Jahrzehnten währenden terroristischen Attacken fundamentalistischer Muslime zunächst gegen Israel und israelische Einrichtungen weltweit und schließlich der auch gegen den Westen, vor allem gegen Amerika gerichtete Terrorismus (9/11). Die Präsenz der Muslime in der westlichen Welt, die nach Jahren ignoranter Reaktionen auf die „Erfolge” ihrer terroristischen Glaubensbrüder sich und ihren Glauben schließlich selbst hinterfragen mussten, führte zu der Erkenntnis, dass es um des Friedens und des Glaubens willen wichtig ist, den Weg zum gegenseitigen Verstehen, zum Dialog und zum „appeasement“ der Gesellschaft einzuschlagen. In diesem Sinne waren die Vorträge in Friedensau konzipiert. Vertreter der Generalkonferenz (Weltkirchenleitung) der Kirche der STA (Dr. Ganoune Diop und Dr. William Johnson), ein Vertreter der türkischen Gemeinden in Deutschland (DITIB, Dr. Bekir Alboga) sowie Prof. Dr. Urs Baumann vom Institut für Ökumenische Forschung (Universität Tübingen) waren die Hauptredner der Veranstaltung, deren Einzelthemen bereits im DIALOG vorab veröffentlicht worden waren. Dr. Alboga betonte eingangs seine großen Sympathien für die Adventisten, deren Lebensstil und ernsthafte religiöse Praktiken ihn sehr beindruckten und ihn eine innere Verbundenheit mit der Adventgemeinde empfinden ließen. Im weiteren Verlauf seiner sehr lebhaften einstündigen Rede behandelte Dr. Alboga Attacken und Ritualmorde – grausam, unverständlich und übrigens auch gegen Muslime gerichtetet – und wies nach, dass der Koran diesen in entsprechenden Suren durchaus widerspricht; wie sich ja auch in biblischen Texten sowohl die Aufforderung zu Gewalt und Krieg als auch zum Frieden finden lässt. Jedoch mache in beiden Religionen – im Islam und im Christentum – die Liebe zu Gott als dem Barmherzigen und die Nächstenliebe das Eigentliche des Glaubens aus. In einem großen theologischen Entwurf stellte Dr. Diop in seinen Präsentationen die Bedeutung des christlichen Glaubens und die Gnadenlehre des Evangeliums auch für Muslime heraus. Weil der Islam nicht die Erbsünde kennt, die Sünde, die seit Adam alle Menschen unterworfen hat, bedarf es im Islam auch keines Erlösers. Dr. Diop, der aus islamischem Haus im Senegal stammt, sprach eindringlich über die Bedeutung, „unter der Gnade zu sein”, die der Muslim nicht kennt. Sein Denken orientiert sich ausschließlich auf das Endgericht und auf die Hoffnung, dass ihm dort seine Werke den Weg ins Paradies öffnen werden. Prof. Dr. Baumann präsentierte aus seinem Erfahrungsschatz der vielen Dialoge mit Muslimen praktische und hilfreiche Ansätze zum Gespräch über christliche und muslimische Theologie und deren Umsetzung in die Praxis des Gesprächs. Sein Grundsatz lautete, nicht zuerst die Gemeinsamkeiten zu diskutieren, sondern wirklich zunächst die Unterschiede zwischen Islam und Christentum herauszustellen. Nur so kann ein Dialog erfolgreich geführt und können Wege zur Erkenntnis und zum Verstehen des Anderen begangen werden. Dr. Baumann zeigte anhand von Gegenüberstellungen die entscheidenden Unterschiede zwischen Islam und Christentum auf und betonte damit auch den Weg, der noch zu gehen sei, um durch das gegenseitige Verstehen und Respektieren ein gesellschaftliches Miteinander zu ermöglichen. Die große Zahl muslimischer Mitbürger in Europa, die auch zum administrativen Bereich der Euro-Afrika-Division der Freikirche der STA gehören, sollte Anlass genug sein, den Dialog zwischen Adventisten und Muslimen zu fördern. Allerdings, ohne gründliche Kenntnisse darüber, was der Islam eigentlich lehrt, geht es nicht. Die Teilnehmer dieses Symposiums waren berührt und tief beeindruckt von den Darstellungen und wünschten sich eine Fortführung dieser Thematik. Friedensau wird diesen Wunsch sicherlich erfüllen. Für den privaten Gebrauch sind die Vorträge auf Tonträger vorhanden. Anfragen dazu können an das Dekanat des Fachbereichs Theologie der Theologischen Hochschule Friedensau gerichtet werden. |
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