Predigtvorschlag zur Jahreslosung 2009
Predigttext: Jo 17,18:
„Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt.”
1. Konfrontation:
„O lieber Herr Jesus, das geht gar nicht. Gleichwie der Vater dich gesandt hat? Was heißt das? Was soll ich verlassen? Ich bin kein Gott in Menschengestalt! Und Mensch bin ich schon, mit Haut und Haaren. Meine Autorität kann ich auch nicht mit Wundern beweisen. Kann kaum trösten, geschweige denn vom Tod erwecken. Und wenn die Suppe nicht reicht, kann ich nur Wasser zugießen – geschweige denn sie in ein Gourmetgericht verwandeln. Außerdem bin ich schon von Geburt in der Welt. Ich sollte sie eigentlich eher verlassen. Und du sendest mich? Bitte nicht zu den Nachbarn, die kennen mich. Und – was soll ich sagen? Und bitte, erspare mir das Kreuz, auch wenn es eine Auferstehung gibt. Mir macht nur das gleichwie irgendwie Angst, oder soll ich stolz darauf sein? Muss ich neu denken und fühlen? Du siehst, ich bin willig, aber verwirrt.”
2. Information:
a) Die Rolle von Mottos:
Wenn eine Person oder eine Gruppe sich ein Motto wählt, bringen sie darin zum Ausdruck, woran sie glauben. Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet ursprünglich „murmeln”. Ein Motto ist also ein Wahlspruch, der für eine längere Zeit gilt, für ein Leben oder zumindest eine Periode, ein Programm, und in dieser Zeit „vor sich hingemurmelt” wird. Das heißt, das Motto begleitet das Leben mit seinen Handlungen und Äußerungen und will von ihm durchdrungen sein. Das soll auch für das Motto gelten, das sich unsere Kirche für das Jahr 2009 gegeben hat.
b. Die Quelle des Jahresmottos 2009: Das Hohepriesterliche Gebet Jesu im Johannesevangelium
Das Johannesevangelium ist nach Übereinstimmung von Kommentatoren das letzte oder jüngste der vier Evangelien. Seine Absicht macht Johannes deutlich, wenn er sagt: „Dies ist geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben in seinem Namen das Leben habt” (20,31).
Das Hohepriesterliche Gebet (17,1-26) nimmt eine Sonderstellung ein. Es ist das große Gebet der Hingabe und Fürsprache des Erlösers in der Stunde seines Opfers und steht am Ende der sogenannten Abschiedsreden Jesu (Kap. 14-17).
3. Illumination:
Die Predigtidee: Wenn Jesus sendet
Einleitende Gedanken: Das Bewusstsein der Sendung ist ein Motto - der Jünger - der missionarischen Kirche durch die Jahrhunderte - der AdventbewegungHauptteil: Die Sendung in die Welt
I. Der Auftraggeber: Jesus sendet
Das gibt der Sendung eine besondere Qualität, denn Jesus ist - Schöpfer – Erhalter – Erlöser – Vollender - Herr und Meister – Hoherpriester
Diese Sendung hat Autoritäts- und Dienstcharakter, weil sie durch Jesus geschieht.
II. Die Beauftragten:
a) Die Jünger
Das gibt der Sendung eine besondere Aktualität, denn sie sind - Augenzeugen – Glaubende und Zweifelnder - Menschen aus Fleisch und Blut - Bürger des Reiches Gottes, deshalb in der Welt, nicht von der Welt
b) Die Gemeinde
Das gibt der Sendung heute eine besondere Aktualität, denn ihre Glieder sind - Augenzeugen des heute Erlebten - Glaubende und Zweifelnde heute - Menschen aus Fleisch und Blut - Bürger des Reiches Gottes, deshalb in der Welt (Arbeit, Geld, Bildung, Urlaub, Krankheit, Konflikte, Trauer und Freude usw.) - nicht von der Welt (Werte, Gesinnung, Glaube, Hoffnung)
Die Beauftragten sind als Zeugen gerufen. Das Zeugnis ist immer da, gewollt oder ungewollt, denn man kann nicht nicht kommunizieren.
III. Der Empfänger:
Die Welt – gottlos, weil von Gott los
Bei Johannes immer die gottferne Welt der Menschheit (siehe Kap. 1: Welt als Finsternis) („Kennt dich nicht.” – „Wie Schafe ohne Hirten”) Diese Welt kann feindlich sein in ihrer Verblendung. Sie kann sogar Hass ausüben.
Die Welt – Ziel der Liebe und Rettung Gottes (3,16)
IV. Der Auftrag:
„Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch”
Die Inhalte und das Ziel des Auftrages sind an Jesus ablesbar:
„... zu suchen und zu retten, was verloren ist”
Die Methoden sind an Jesus ablesbar:
„Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid” „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt ...”
Wir haben ein Amt, das die Versöhnung predigt (2 Ko 5,18).
Schlussgedanke:
Die Gemeinde, von Jesus gesendet, ist von ihm legitimiert und Methoden sind immer an Jesus zurückzubinden.
Jesus sendet nicht nur in die Welt, sondern er hat den Vater gebeten, seine Gemeinde in der Welt zu bewahren.
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