Studierende der Theologischen Hochschule Friedensau besuchten Justizvollzugsanstalt Brandenburg

Um sich über den Alltag in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) zu informieren und falsche Vorstellungen über den „Knast“ auszuräumen, besuchten am Montag (19.02.2009) 14 Studierende der Theologischen Hochschule Friedensau gemeinsam mit Rainer Patjens, Dozent für Recht der Sozialen Arbeit, im Rahmen einer Lehrveranstaltung „Kriminologie und Jugendstrafrecht“ die JVA Brandenburg.

Vor Ort erfuhren die Studierenden, dass die Justizvollzugsanstalt Brandenburg ab 1927 gebaut wurde und eine Musterstrafanstalt der Weimarer Republik werden sollte. Doch da die Fertigstellung erst im Jahr 1935 erfolgte, missbrauchte die NS-Justiz die Anstalt als Zuchthaus und Hinrichtungsstätte.
In den Jahren 1945 bis 1947 nutzten die sowjetischen Militärbehörden das Zuchthaus als Untersuchungsgefängnis, bis 1949/50 die Regierung der DDR die Einrichtung wieder für den Strafvollzug in Betrieb nahm.
Dank der Führung von Frau Schröder und Herrn Borngreve von der JVA besichtigten die Studierenden des Sozialwesens die verschiedenen Einrichtungen und erhielten interessante Einblicke in den Alltag der Inhaftierten. In zahlreichen Handwerksbetrieben, wie beispielsweise in der Metallwerkstatt, der Schneiderei, der Tischlerei oder der Gärtnerei, können die Inhaftierten eigenes Geld verdienen, welches ihnen zum einen im Gefängnis und zum anderen nach ihrer Haftzeit zur Verfügung steht. Zudem wird die Möglichkeit einer schulischen oder beruflichen Ausbildung geboten. Nach Arbeitsschluss stehen zahlreiche Freizeitangebote zur Verfügung, in denen sie sich künstlerisch, sportlich und auch bildungstechnisch betätigen können.

Die JVA Brandenburg handelt nach den drei Prinzipien des Angleichungsgrundsatzes, der der Anpassung des Haftalltags an das Leben in Freiheit dient, des Gegensteuerungsgrundsatzes, mit dem einer Rückfälligkeit vorgebeugt wird und des Wiedereingliederungsgrundsatzes, der unter anderem die Nachsorge beinhaltet, womit Inhaftierten nach ihrer Entlassung weiterhin von Mitarbeitern der JVA geholfen wird.

Abschließend hatten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit einigen Inhaftierten zu unterhalten, um auch aus deren Sicht den Gefängnisalltag kennen zu lernen.

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