Lehrende und Studierende forschen gemeinsam

Die ersten Christen lebten in der Erwartung, die Parusie Jesu bald zu erleben. Diese Hoffnung wurde enttäuscht. Und doch haben die frühen Christen bis ins zweite Jahrhundert hinein und darüber hinaus eine lebendige Erwartung der Parusie Jesu festgehalten. Wie war das möglich? Wie gingen sie mit den Enttäuschungserfahrungen um? Was hat sie in ihrer Hoffnung bestärkt?

Bernhard Oestreich, Ph.D., Neutestamentler in Friedensau, arbeitet gemeinsam mit Studierenden an einem Forschungsprojekt zur Parusieerwartung und Parusieverzögerung im Neuen Testament. Im Fach BNT 602 „Das Problem der Parusieenttäuschung im Neuen Testament“ wird an verschiedenen Texten des Neuen Testaments untersucht, welche Bedeutung die Erwartung der Parusie Christi hatte und wie die Gläubigen damit umgingen, dass die Parusie länger ausblieb als erwartet. Es zeigt sich, dass Naherwartung und Enttäuschungserfahrungen nicht zwei aufeinander folgende Erscheinungen sind (so Gräßer 1977), sondern immer wieder nebeneinander auftreten (Erlemann 1995). Das Projekt erforscht, ob dieses Nebeneinander dadurch ermöglicht wird, dass die Erwartung in ritueller Performanz gelebt und bestärkt wird. Dazu werden Ergebnisse der Forschung zur Parusieerwartung, Forschungsarbeiten des Dozenten und eigene Untersuchungen der Studierenden vorgestellt und diskutiert.

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