Institut für Sucht- und Abhängigkeitsfragen

Da legaler und illegaler Drogenkonsum sowie Ess- und Verhaltensstörungen im Sinne von Abhängigkeit und Sucht zunehmend schwerwiegende Probleme für unsere Gesellschaft geworden sind, ergeben sich für das Institut im Rahmen des akademischen Programms der Theologischen Hochschule Friedensau folgende ethische und wissenschaftliche Herausforderungen und Aufgaben:

  • Durch eine anwendungsorientierte Suchtforschung in enger Zusammenarbeit mit Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bestehende Behandlungsangebote zu evaluieren, neue Therapieverfahren und -strategien zu erproben und damit zur Verbesserung des Versorgungsangebotes beizutragen.
  • Primärpräventive Strategien zu evaluieren, Ergänzungen und neue Strategien zu entwickeln, sie kritisch zu bewerten und Voraussetzungen für ihre Umsetzung zu schaffen.
  • In Zusammenarbeit mit entsprechenden universitären Einrichtungen und Instituten sich an der Basisforschung zu beteiligen.
  • Ergebnisse der Suchtforschung in die laufende Ausbildung von Sozialarbeitern und Theologen einzubringen.
  • Weiter- und Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte, Theologen, Sozialarbeiter, Pflegepersonal und sonstige Betreuungspersonen durchzuführen.
  • Suchtkrankenhelfer, Suchtkrankenberater und Telefonberater für Suchtfragen auszubilden.
  • Die Arbeit von Suchtkrankenhelfern und Telefonberatern zu begleiten und Supervisionen durchzuführen.
  • Kontakte und Erfahrungsaustausch mit stationären und ambulanten Therapieeinrichtungen zu pflegen, die von der protestantischen Freikirche der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten initiiert und geleitet werden, und möglichst zu vernetzen.
  • Mit der International Commission for the Prevention of Alcoholism and Drug Dependency (ICPA bei den Vereinten Nationen) zusammenzuarbeiten.

Obwohl die Suchtforschung während der letzten 30 Jahre zahlreiche neue Erkenntnisse erarbeitet hat, bestehen noch viele offene Fragen. Außerdem hat die Zahl Abhängigkeits- und Suchtkranker deutlich zugenommen. Zu den klassischen legalen und illegalen Drogen sind neue hinzugekommen und gefährden heute vor allem auch Jugendliche. Jährlich sterben über 120.000 Deutsche an Folgen ihres Suchtmittelkonsums. Berücksichtigen wir das unmittelbare Umfeld Abhängigkeitskranker, Partner und Kinder, die immer mitleiden, haben wir mindestens 10 Millionen Deutsche, die sich unmittelbar mit Abhängigkeitsproblemen auseinanderzusetzen haben.

Leider besteht sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch bei einigen Ärzten, bei Pflegepersonal, bei Theologen usw. hinsichtlich der Suchtproblematik ein erhebliches Informationsdefizit. Somit sind neben der wissenschaftlichen Forschung, Ausbildung und der Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen die Begleitung der Arbeit von Absolventen weitere wichtige Schwerpunkte der Institutsaufgaben.

Am 11. November 2001 fand durch die Initiative des Institutes ein Symposium mit dem Thema "Die Bedeutung spiritueller Angebote in der Suchttherapie" statt. Die von namhaften Referenten angebotenen Vorträge wurden in der hochschuleigenen Zeitschrift "Spes Christiana" veröffentlicht.

Die Forschungsarbeit des Institutes erfolgt ausschließlich wissenschaftlich und gemeinnützig.

Institutsleiter

Lothar SchmidtProf. Dr. med.
Sozialmedizin
Karl-Hofer-Str. 43
D-14163 Berlin
Tel.: + 49 (0) 30 8 02 37 50
lothar.schmidt@thh-friedensau.de