Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften

Huber, Andreas M.: Feiertagsschutz für Minderheiten, 2007

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 11, 2007. 226 Seiten.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-55668-3, br. Euro 42,50

Der Autor beleuchtet in diesem Buch verschiedene Aspekte des Feiertagsschutzes religiöser Minderheiten. Wenn Muslime ihre Gebetszeiten, Juden oder Adventisten den Sabbat oder andere Gläubige ihre besonderen Feiertage begehen wollen, stoßen sie vielerorts auf Schwierigkeiten. Betroffene Religionsgemeinschaften werden vorgestellt, die geschichtliche Entwicklung aufgezeigt. Feiertagsschutz tangiert Gläubige bereits in der Schule, in Ausbildung und Studium, vor allem aber im Berufsleben oder auch bei Arbeitslosigkeit. Die erörterte europäische Dimension des Feiertagsschutzes rundet die rechtliche Betrachtung ab. Das Buch bietet darüber hinaus umfassende Hilfe durch ausführliche Erörterung der rechtlichen Grundlagen für Gläubige, die ihre Feiertage uneingeschränkt ausüben wollen.

Rolly, Horst Friedrich: Earthquake Disaster Management, 2007

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 12, 2007. 239 Seiten.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN-10: 3-631-556094-X, br. Euro 42,50

This documentation gives a detailed account on the involvement of the government, army and civil society in the rescue and relief operations following the Latur/Killari earthquake of September 30, 1993 in Maharashtra, India and the Reconstruction and Rehabilitation of Gubal village which was completely destroyed by the quake. Written twelve years after the disaster struck, this documentation provides insight into the long-term implications of administrative decisions on resettlement and reconstruction, the durability of the geodesic dome as an earthquake resistant housing design built for the survivors and the social sustainability and cultural acceptance of rehabilitation measures. The study is complemented by theoretical guidelines on humanitarian aid and a general introduction to Global Governance in disaster management in the framework of human rights, codes of conduct and ethical standards.

Böttcher, Manfred: Gratwanderungen einer Freikirche im totalitären Regime - Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in der DDR von 1945 bis 1990, 2006

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 9, 2006. 219 Seiten.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-54797-8, br. Euro 39,00

Dieses Buch reflektiert das Verhältnis von Kirche und Staat - von einer kleinen Glaubensgemeinschaft in einem totalitären Staat. Seine Rechtfertigung gewinnt es aus der persönlichen und unmittelbaren Betroffenheit des Autors, der sich in der DDR in verantwortungsvollen Positionen in seiner Freikirche zwischen Glaubensüberzeugung und Verantwortung für seine Kirchgemeinden mit der totalitären Staatsgewalt konfrontiert sah. Seine Auseinandersetzung mit den an ihm zerrenden Kräften ist aber auch als Typos zu deuten, der für alle bekennenden Christen in der ehemaligen DDR gilt.

Manfred Böttcher, geboren 1926; Theologiestudium in Friedensau (1947 bis 1950); Gemeindepastor ab 1950 in Leipzig; Ordination 1955; Abteilungsleiter und Jugendseelsorger (1954 bis 1960); Sekretär der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (1960 bis 1967); Vorsteher der Thüringischen Vereinigung (1967 bis 1969); Präsident der Gemeinschaft in der DDR (1969 bis 1982); Direktor des Theologischen Seminars und der Friedensauer Anstalten (1982 bis 1992); Ehrendoktorwürde (Doctor of Divinity) der Andrews-University (USA) 1988; derzeit ehrenamtliche Tätigkeit für die Theologische Hochschule Friedensau und im Gemeindedienst.

Bäse, Uta: Verlassene Eltern - Wenn das eigene Kind zum Trebegänger geworden ist, 2006

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 10, 2006. 102 Seiten.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-55696-9, br. Euro 24,50

Eine im Jahr 2005 bundesweit erstmalig durchgeführte explorative Studie thematisierte die Situation von Müttern und Vätern, deren Kind die Familie verlassen und sich aus jeglichen Sozialisationsinstanzen herausgelöst hat, um hauptsächlich in Großstädten als so genanntes Straßenkind zu leben. Mittels eines Fragebogens wurden sowohl Aspekte der Emotionen, Verhaltensweise und des Erlebens betroffener Eltern als auch deren Erfahrungen mit unterstützenden Institutionen erfragt. Interviews mit Mitarbeitern von staatlichen und gemeinnützigen Einrichtungen unterlegten diese Angaben und trugen zu einem zusätzlichen Informationsgewinn bei. Die Verdeutlichung der physischen, psychischen und psychosozialen Vorgänge sowie Auswirkungen bei Müttern und Vätern im Rahmen der Tatsache, dass das eigene Kind nicht zu Hause leben will, bietet sich dafür an, sozialpädagogische sowie therapeutische Handlungs- und Beratungsansätze abzuleiten.

Uta Bäse, geboren 1963, studierte an der Theologischen Hochschule Friedensau (Sachsen-Anhalt) Soziale Verhaltenswissenschaften und beschäftigte sich u. a. mit der in diesem Buch behandelten Thematik. Sie ist in einer kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik tätig. Ihre Interessenschwerpunkte liegen sowohl in der Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlich-theoretischen Aspekten als auch in der praktischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern bzw. engsten Bezugspersonen.

Rolly, Horst Friedrich: MIZORAM - Land, Leute und nachhaltige Entwicklung, 2003

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 8, 2004.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-51530-8

Mizoram, das Land in der Bergmenschen, ist ein kleiner Bundesstaat im äußersten Nordenosten Indiens. Dieses Buch dokumentiert die bewegte soziale und politische Geschichtedes mongoliden Bergstammes, die indigene kommunitaristische Kultur, die koloniale Intervention, den langwährenden Sessionskrieg gegen die indische Zentralregierung um die Rolle des Christentums für die Modernisierung. Die soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser abgelegenen Bergregionen gestaltet sich ungemein schwierig. Die Außenabhängigkeit von der Zulieferung von Konsumgütern, die heute noch praktizierte Brandrodung, der patriarchal organisierte Ältestenrat und andere hinderliche Faktoren erfordern innovative entwicklungspolitische Maßnahmen. Neben unterschiedlichen Ansätzen der dezentralen und sozial - und umweltverträglichen Entwicklung wird ein integriertes ländliches Berufsbildungsprojekt der freiwilligen Entwicklungszusammenarbeit vorgestellt, das dazu einen Beitrag leisten soll.

Horst Friedrich Rolly, geboren 1950, ist Dekan für Sozialwesen an der Theologischen Hochschule Friedensau. Von 1987 bis 1995 leitete er die Abteilung für Development Studies an Social Service am Spicer M. College, Pune, Indien. Er promovierte und habilitierte in Heidelberg.

Oestreich, Bernhard (Hrsg.): Der Fremde. Interdisziplinäre Beiträge zu Aspekten von Fremdheit., 2003

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 7, 2003.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-51294-5

Die in diesem Band gesammelten Aufsätze gehen auf eine interdisziplinäre Ringvorlesung unter dem Thema «Der Fremde» zurück, welche die Theologische Hochschule Friedensau im Winter 2002 durchführte. In einer offenen Gesellschaft, in der das Zusammentreffen mit unbekannten Menschen, Kulturen und Religionen zum Alltag gehört, haben die Fragen zur Fremdheit besondere Relevanz: Fremdenangst und Ausländerfeindlichkeit, Klischees über andere Völker und Identität des eigenen, aber auch das Fremdwerden in der eigenen sozialen Welt und die Faszination des Unbekannten. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen greifen diese Fragen auf und tragen dadurch zu einem interdisziplinären Gespräch bei.

Aus dem Inhalt:

Winfried Noack: Das Eigene und (der) das Fremde
Christian Wannenmacher: Warum Fremdenfurcht?
Bernhard Oestreich: Moralische Verurteilung der Fremden in der Bibel
Johannes Hartlapp: «... der sei dir wie ein Zöllner und Sünder»: Häretiker als Fremde in der eigenen Kirche
Elke M. Geenen: Die soziale Konstruktion des Fremden am Beispiel der Odyssee
Gudrun Goes: «Fremde im eigenen Land»
Wie die Volkstümler (narodniki) die Bauern in Russland befreinen wollten
Andreas Lawaty: «Polnische Wirtschaft» und «deutsche Ordnung»: Nachbarbilder und ihr Eigenleben
Dieter Leutert: Brauchen Staaten eine Leitkultur?
Horst F. Rolly: Kann man den Terrorismus verstehen? Versuch einer Analyse des terroristischen Fremdseins
Detlef Müller: Zum Umgang mit dem Fremden in der Sozialarbeit: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Guntram Winterstein: Zum Umgang mit dem Fremden in der Sozialarbeit: Obdachlose.

Bernhard Oestreich, Ph.D., geboren 1949, studierte Theologie in Friedensau, Leipzig, Rostock, Halle (Saale) und Berrien Springs (USA) und lehrt Neues Testament an der Theologischen Hochschule Friedensau.

Rolly, Horst Friedrich: Die Modernisierung von Madrasas (Koranschulen) in Indien, 2002

Friedensauer Schriftenreihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 6, 2002. 244 S.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-39613-9

Das indische Bildungsministerium startete 1994 das "Scheme for Financial Assistance for Modernization of Madrasa Education", das mit der Einführung säkularer Komponenten in den Lehrplan der Madrasas (Koranschulen) eine graduelle Anpassung an das öffentliche Schulwesen beabsichtigt und das auf eine staatliche Anerkennung der Madrasas auf Sekundarschulebene hinauslaufen könnte. Weltoffene und säkular orientierte Muslime befürworten die angestrebte Qualifizierungsmaßnahme, konservative Muslime dagegen sehen darin eine Verschwörung gegen den Islam. Diese Studie untersucht die Traditionsverpflichtung und Modernisierungsbereitschaft der islamischen Gelehrten und des Managements von Madrasas zwischen säkularer Systemdirektive, kulturpolitischer Akzeptanz und eigenkultureller Selbstbestimmung. Ein friedenspädagogischer Exkurs untersucht die Bedeutung indischer und pakistanischer Madrasas für den Frieden in Südasien.

Aus dem Inhalt:

Geschichte der muslimischen Bildung in Indien
Der traditionelle Lehrplan der Madrasas
Das islamische Bildungsideal zwischen Modernisierungsbereitschaft und Traditionsverpflichtung
Das islamische Stiftungsrecht (wakf)
Religion und Politik im Islam und der Frieden zwischen Indien und Pakistan
Islamische Authentizität und die Menschenrechte
Bildung und zivilgesellschaftliche Pluralisierung in multikulturellen Gesellschaften.

Horst Friedrich Rolly, geb. 1950, ist Professor für Vergleichende Erziehungswissenschaft und Dekan für Sozialwesen an der Theologischen Hochschule Friedensau. Von 1987 bis 1995 leitete er die Abteilung für Development Studies an Social Service am Spicer M. College, Pune, Indien. Er promovierte und habilitierte in Heidelberg.

Rolly, Horst Friedrich: Bildungsrecht und Bildungspraxis religiöser und linguistischer Minderheiten in Indien, 2002

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 5, 2002.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-38405-X

Diese Studie stellt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung Indiens vor dem Hintergrund der indischen Kultur und deren Einfluß auf bildungspolitische Entscheidungsprozesse dar. Grundlage bilden Art. 29 und Art. 30 der indischen Verfassung, die Staatsbürgern das Recht der Konservierung von Sprache und Kultur garantieren und religiöse und linguistische Minderheiten berechtigen, Bildungseinrichtungen nach ihrer Wahl zu gründen und in eigener Verantwortung zu führen. Im Zusammenhang mit der Analyse der judikalen Voraussetzungen, Prüfkriterien und staatlichen Regulationen des Minderheitenrechts unter den gegebenen Rahmenbedingungen wird untersucht, welchen Einfluß die Wahrnehmung und praktische Umsetzung des minderheitlichen Bildungsrechts auf die Sozialisation und Lebenswelt religiöser Minderheiten hat. Die kritische Auseinandersetzung unterschiedlicher religiöser Minderheiten mit einer hinduistischen Mehrheit innerhalb eines staatlich propagierten Säkularismus soll im fruchtbaren Dialog zwischen Tradition und Moderne diejenigen bildungspolitischen Maßnahmen herausstellen bzw. Alternativen erarbeiten, die einer friedlichen Koexistenz der Religionen, Ethnien und Sprachwelten im Vielvölkerstaat Indien förderlich sind.

Aus dem Inhalt:

Minderheitensoziologie und Vergleichende Erziehungswissenschaft
Linguistische und religiöse Minderheiten im Vielvölkerstaat Indien
Die Minderheitenpolitik im säkularen Rechtsstaat Indien
Bildungsrecht und Bildungspraxis religiöser und linguistischer Minderheiten nach Art. 29, 30 der indischen Verfassung
Uniformer und partikularer Rechtskodex für Religionsgemeinschaften
Die Reservierungspolitik für Scheduled Castes and Tribes und für Other Backward Classes
Bildungspolitische Kontroversen über Lehrinhalte am Beispiel der Textbuchgestaltung
Zentralstaatliche Bildungspolitik für bildungsschwache sowie sozial und wirtschaftlich benachteiligte Minderheiten
staatliche Fördermaßnahmen zur Modernisierung Madrasas.

Horst Friedrich Rolly, geboren 1950, ist Dekan für Sozialwesen an der Theologischen Hochschule Friedensau. Von 1987 bis 1995 leitete er die Abteilung für Development Studies an Social Service am Spicer M. College, Pune, Indien. Er promovierte und habilitierte in Heidelberg.

Rolly, Horst Friedrich: Participatory Planning of Sustainable Development Projects, 2001

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 3, 2001.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-37866-1

Development Projects planned by and with the people in a confined geographical and demographical context have proved to be a suitable framework for initiating and managing programs for social and economic upliftment. This practical guide for the field worker will focus mainly on integrated rural development projects favouring a holistic approach to development interrelating factors of economy, health, education, culture etc. After clarifying the key concepts of sustainable development and participation, this book gives a detailed account of the planning process. Quantitative and qualitative survey methods to identify needs and problems are introduced. Strategies to meet needs and resolve problems are explained within the framework of project design. A format for project proposal writing is suggested covering relevant criteria of donor agencies.

Horst Friedrich Rolly, born 1950 in Heidelberg, studied education and philosophy at the Ruprecht-Karls University of Heidelberg (Germany) and completed his Ph. D. there. He lived and worked in India from 1987 to 1995, serving as head of the Department for Development Studies and Social Service at Spicer M. College (Pune). At present he is academic dean of social work and responsible for international development at Friedensau University (Theologische Hochschule Friedensau), Germany.

Böttcher, Manfred: Dialog und Zeugnis Interkonfessionelle Kontakte und Konflikte einer Freikirche in der DDR, 2001

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 4, 2001.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech
ISBN 3-631-38575-7

Warum ist es für einen Christen unverzichtbar, für die Freiheit aller Religionen und Weltanschauungen einzutreten? Welche Einflüsse hatten nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland zu einer neuen Offenheit geführt in der Begegnung von Christen mit unterschiedlicher Konfession? Wodurch wurde gerade in der Zeit der DDR der interkonfessionelle Dialog nachhaltig gefördert? Auf welche Weise öffneten sich Gemeinden und Kirchenleitung dem Dialog mit anderen Christen? Wie stellte sich eine Freikirche - die Gemeinschaft der Siebenten-Tags Adventisten - der Herausforderung, trotz Behinderung und eines umfassenden Systems allgegenwärtiger Bespitzelung, ein klares Zeugnis des christlichen Glaubens in einem autoritären Staat zu geben? Welche besondere Bedeutung hatte in dieser Zeit das Theologische Seminar - heute Theologische Hochschule Friedensau - für die Gemeinden und das Glaubenszeugnis in der DDR? Worin zeigten sich Unterschiede in den interkonfessionellen Kontakten der kirchlichen Situation in Ost und West? Wie beweist sich ökumenisches Handeln ohne Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat?

Reichlich zehn Jahre nach der Wiedervereinigung ist sicherlich der notwendige Abstand gegeben, um nach gründlichen Recherchen den Versuch einer Aufarbeitung jener Zeit aus der Sicht einer Freikirche zu wagen. Dieser Weg durch die Zeit der DDR glich ohne Zweifel einer Gratwanderung, bei der es - und das soll nicht verschwiegen werden - mitunter auch Versagen oder Halbherzigkeit gab.

Manfred Böttcher, Jahrgang 1926, Kriegsteilnehmer, Theologiestudium in Friedensau (1947-1950), Gemeindepastor ab 1950 in Leipzig, Ordination 1955, Abteilungsleiter und Jugendseelsorger in Nordostsachsen (1954-1960), Sekretär der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in der DDR (1960-1967), Vorsteher der Thüringischen Vereinigung (1967-1969), Präsident der Gemeinschaft in der DDR (1969-1982); Direktor des Theologischen Seminars und der Friedensauer Anstalten (1982-1992); Dr. h.c. (Doctor of Divinity) der Andrews-University (USA) 1988. Seit 1992 im Ruhestand und ehrenamtlichen Gemeindedienst in Goslar.

Noack, Winfried: Die NS-Ideologie, 1996

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 2, 1996.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech

Der weltweite Rechtstrend begünstigt das Wiedererwachen rechtsextremer und nationalsozialistischer Ideen in Deutschland. Es werde ihre historischen Bedingungen gezeigt. Die Studie stellt auf der Grundlage der nationalsozialistischen Programmschriften die NS-Ideologie dar. Hitlers Persönlichkeit, historische und gesellschaftliche Bedingungen, der Charakter seiner Anhänger und die Form der Herrschaft erklären die Struktur des NS-Regimes. Dies ermöglicht, die Neue Rechte besser zu verstehen, ihren Ausländerhass und ihre fundamentalistischen Einstellungen. Gegen das System der Unmenschlichkeit wird das Prinzip Menschenfreundlichkeit gestellt.

Tuchtenhagen, Ralph: Religion als minderer Status, 1995

Friedensauer Schriftenreihe, Reihe B: Gesellschaftswissenschaften, Band 1, 1995.
Herausgegeben von Johann Gerhardt, Wolfgang Kabus, Horst F. Rolly, Udo Worschech

Die Arbeit weist das Vordringen konstitutioneller Freiheitsrechte im vorrevolutionären Rußland am Beispiel der Religionsfreiheit auf. Ausgehend von gegensätzlichen konstitutionellen und aufgeklärt-absolutistischen Vorstellungen zur politischen Rolle der Religion in der ausgehenden Zarenzeit, verfolgt die Arbeit die Entwicklung der Gesetzgebung für die religiösen Minderheiten als Indikator für den Grad der Emanzipation der russischen Gesellschaft. Die Widersprüche und Unvollkommenheiten dieser Religionspolitik, die eine Gesellschaft im Übergang zeigen, erfuhren durch Weltkrieg und Revolution eine überraschend schnelle Lösung. Es war die radikale Antwort von unten auf eine zu wenig radikale Reform von oben.