IAS-Symposium

100 Jahre danach

 

Aus aller Welt kamen Referenten und Gasthörer vom 12. bis 15. Mai in Friedensau zusammen, um gemeinsam über ein Ereignis nachzudenken, das vor 100 Jahren die Welt erschütterte: „The Great War“ – der Erste Weltkrieg. Das Institut für adventistische Geschichte und Theologie der Theologischen Hochschule Friedensau hatte zu einem Symposium mit dem Thema „Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten“ eingeladen und circa 90 Referenten, Gasthörer und Studenten waren der Einladung gefolgt.

Eröffnet wurde die Konferenz, die komplett in englischer Sprache abgehalten wurde, am Montagabend mit einem Vortrag von George Knight (USA), der einen Überblick über die gesamte Thematik gab. An den folgenden Tagen hielten 18 weitere Referenten jeweils 30-minütige Vorträge, denen Diskussionen mit Fragen und Antworten zum jeweiligen Thema folgten.

Unterteilt waren die Vorträge in drei Themenblöcke: die Deutung prophetischer Texte auf den erwarteten Untergang des Osmanischen Reiches (Türkei), der Dienst von Adventisten mit der Waffe (auch am Sabbat) in Ländern, die am Weltkrieg beteiligt waren, und die Entstehung der Reformationsbewegung im Jahr 1915 als Reaktion auf die Haltung der Freikirche.

Die Diskussion mit einigen führenden Reformadventisten am Mittwochabend zum letztgenannten Thema stellte einen Höhepunkt des Symposiums dar. Schon einmal war es in Friedensau zu einem Gespräch mit Vertretern der Reformbewegung gekommen (1920) und nun wiederholte sich dies. Es kam zu einem offenen Meinungsaustausch in brüderlicher Atmosphäre, der den Wunsch weckte nach weiterer Verständigung durch historisches Quellenstudium und einen Dialog ohne Apologetik/Polemik.

Die damalige adventistische Auslegung vom „kranken Mann am Bosporus“ (dem Osmanischen Reich) wurde durch den Kriegsverlauf widerlegt und stellt die Frage nach der rechten Auslegung biblischer Endzeitweissagungen. Die Haltung der Freikirche zum Kriegsdienst erwies sich als problematisch und verlangt nach einer Neubesinnung auf den Auftrag Jesu an seine Jünger, Friedensstifter zu sein.

Abgeschlossen wurde die von Prof. Dr. Rolf J. Pöhler (Dozent für Systematische Theologie an der Theologischen Hochschule Friedensau) organisierte Konferenz am Donnerstagnachmittag mit einer Exkursion in die Lutherstadt Wittenberg und einem Abendkonzert mit dem weltbekannten Dirigenten Herbert Blomstedt im Gewandhaus Leipzig.

Filip Kapusta

Einige Fotos vom Symposium:

 

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