Öffentlicher Fachvortrag „Ein Menschenbild im Judentum und bei Martin Buber“

14. Jan.. 2026

Am Mittwoch, den 14. Januar 2026, 19.00 Uhr, lädt der Fachbereich Christliches Sozialwesen an der Theologischen Hochschule Friedensau zu einem Fachvortrag in die Aula, An der Ihle 2b, 39291 Möckern-Friedensau, ein. Der Referent Dr. med. Vsevolod Silov, ist Leitender Oberarzt Psychosomatik und Psychotherapie an den Oberhavel-Kliniken in Hennigsdorf und ausgewiesener Martin-Buber-Experte. Er hat über „Martin Buber und Psychotherapie“ promoviert. Der Fachvortrag mit der Möglichkeit zu einer sich anschließenden Diskussion ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

Der österreichisch-israelische jüdische Religionsphilosoph Martin Mordechai Buber (1878 geboren in Wien, 1965 verstorben in Jerusalem) gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts. Er studierte in Wien, Leipzig und Zürich Philosophie, Nationalökonomie, Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie. Er promovierte 1904 „Zur Geschichte des Individuationsproblems“. Am stärksten überliefert hat sich seine Aussage „Der Mensch wird am Du zum Ich“; und auch „Die Welt ist nicht begreifbar, aber sie ist umarmbar: durch die Umarmung eines ihrer Wesen.“ Er untersuchte den Dialog des Menschen mit anderen Wesen, insbesondere jedoch die Hinführung des Dialogs des Menschen mit Gott. In der gemeinsam mit Franz Rosenzweig erarbeiteten Neuübertragung der hebräischen Bibel ins Deutsche betrachtete er die Bibel als eine Geschichte Gottes, der zu seinem Volk spricht, weniger als eine Gesetzessammlung. Exemplarisch sein Gedicht über die Beziehung zu Gott: „Wo ich gehe – du! Wo ich stehe – du! Nur du, wieder du, immer du! Du, du, du! Ergeht's mir gut – du! Wenn's weh mir tut – du! Nur du, wieder du, immer du! Du, du, du! Himmel – du, Erde – du, oben – du, unten – du. Wohin ich mich wende, an jedem Ende: nur du, wieder du, immer du! Du, du, du!“ (Martin Buber: Die Erzählungen der Chassidim. Zürich: Manesse 1984, S. 342).

Die Theologische Hochschule Friedensau ist eine staatlich anerkannte Hochschule in Trägerschaft der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Hier können zehn B.A.- und M.A.-Studiengänge – zum Teil berufsbegleitend, in Teilzeit oder online – in den Fachbereichen Christliches Sozialwesen und Theologie belegt werden. Rund 40 Nationen sind unter den Studierenden und Lehrenden vertreten. Studieninteressierte können sich zu Online-Infotagen anmelden (infotage.de) und so Inhalte des Studiums im Dialog mit den Professoren und Dozentinnen kennenlernen.

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