Friedensau bedeutet mir viel …
08. Juli. 2026 / Lernen & Studieren
Friedensauer Schüler wurde 101.
Es begann mit einem Brief von den Kanarischen Inseln und der darin enthaltenen Bitte um ein Exemplar der Friedensauer Chronik. Der Absender war mir bis dahin nicht bekannt. Doch was ich dann las, konnte ich im ersten Moment kaum glauben. Ich hielt einen Brief von einem Friedensauer Schüler in den Händen, der noch vor dem Zweiten Weltkrieg das Seminar besucht hatte: Herbert Lüderitz, geboren 1925 in Gardelegen, besuchte von 1940–1942 das „Internat Friedensau“. Zwei Jahre später war die schöne gemeinsame Zeit vorüber und schon bald wurde er zur Bordfunkerschule eingezogen. Nach dem Krieg gehörte er zu den Ehemaligen, die sich 1949 zur 50-Jahrfeier in Friedensau wiedersahen. Einige waren leider im Krieg geblieben, u.a. sein Freund Gerhard Ninow.
Herbert hatte schon bald beruflichen Erfolg, der 1967 in der Gründung einer eigenen mittelständischen Firma in der Verlagsbranche mündete. Bis 2003 leitete er das Unternehmen. Dann begann ein erholsamer Ruhestand auf den Kanarischen Inseln. Friedensau verlor er in all den Jahren nicht aus den Augen, sondern hielt Kontakt z.B. mit Gottfried Donat. Wir sind mit dem Jubilar für diese außergewöhnliche Lebenszeit dankbar (jh).
Was Friedensau uns bedeutet ...
Im Blick auf ihr Studium in Friedensau erinnern an dieser Stelle angehende Absolventen oder bereits frisch in der Arbeit stehende Absolventinnen davon, wie sie ihr Studium in Friedensau rückblickend bewerten, was ihnen wichtig geworden ist, woran sie gern denken oder was sie mit Staunen registrieren. Heute kommen Itje Zepnik und Damir Mitrov zu Wort, die beide Theologie studiert haben beziehungsweise noch studieren und sich voller Tatendrang auf die Arbeit in den Adventgemeinden freuen:
„Friedensau verändert. Veränderung ist nicht immer leicht, aber manchmal notwendig. Es ist eine Veränderung, die bleibt. Manche werden mehr als nur Freunde, andere denken tiefer als je zuvor, und es entwickelt sich eine echte Liebe zu Menschen. Man lebt Tür an Tür mit seinen besten Freunden, entdeckt immer wieder Zeitgeschichte in und an den Gebäuden und besucht Unterricht bei Dozentinnen und Dozenten, die die Bücher geschrieben haben, die man liest. Das ist einzigartig. In unserem Fall heißt das: Liebe zur Gemeinde, Liebe zu Gott und gleich noch die Liebe unseres Lebens gratis dazu.“ (Itje und Damir).
Pensionärstreffen in Friedensau
Alles hat seine Zeit – auch die Zeit der Begegnung, des Erinnerns und des dankbaren Innehaltens. So versammelten sich vom 8. bis 11. Juni 2026 die Pensionäre, um gemeinsam auf das zu blicken, was war, und das zu würdigen, was geblieben ist. Schon beim Eintreffen spürte man, dass diese Zusammenkünfte mehr sind als ein bloßes Wiedersehen.
Es sind vertraute Stimmen, die einander begrüßen, Hände, die sich finden, und Gespräche, die dort anknüpfen, wo sie zuletzt geendet haben – als wäre kaum Zeit vergangen. Die Tage des Treffens waren wie ein dankbarer Rückblick auf ein erfülltes berufliches Leben zum Wohle der Adventgemeinden.