Rückblick auf das internationale Online-Kolloquium

04. Nov.. 2026

Am 19. Oktober 2026 veranstaltete der Fachbereich für Christliches Sozialwesen der Theologischen Hochschule Friedensau erfolgreich ein eintägiges internationales Online-Kolloquium zum Thema „Gesellschaftliche Transformation: Interdisziplinäre Dialoge in der Sozialen Arbeit und den Entwicklungsstudien“. Das Kolloquium wurde in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Soziale Arbeit der Babcock University in Nigeria sowie der Fakultät für Sozialwissenschaften der Bugema University in Uganda organisiert. Die Veranstaltung zog mehr als 240 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Partnerhochschulen und deren Netzwerken in Europa, Afrika, dem Nahen Osten, Asien und der Karibik an.

Die Leitungen der drei veranstaltenden Hochschulen bereicherten die Veranstaltung mit Grußworten zur Eröffnung: Prof. Dr. Masiko Israel Kafeero, Vizekanzler der Bugema University, Prof. Gerald A. Klingbeil, Rektor der Theologischen Hochschule Friedensau, sowie Prof. Afolarin Olatunde Ojewole, Präsident und Vizekanzler der Babcock University. Die Hochschulleitungen würdigten die Zusammenarbeit und sprachen sich für weitere gemeinsame Initiativen dieser Art aus.

Nach den kurzen und herzlichen Eröffnungsworten gab Dr. Annette Witherspoon von der Theologischen Hochschule Friedensau mit ihrer Keynote zum Thema „Interdisziplinäre Dialoge für gesellschaftliche Transformation“ den inhaltlichen Impuls für die Veranstaltung. Dr. Witherspoon betonte: „Die Beziehung zwischen Sozialer Arbeit und Entwicklungsstudien ist nicht einfach eine institutionelle Vereinbarung, eine curriculare Innovation oder eine Forschungsstrategie. Sie ist eine intellektuelle Notwendigkeit. Und vielleicht noch grundlegender ist sie eine ethische Praxis des Dialogs.“

Sie unterstrich die Notwendigkeit, dass beide Disziplinen miteinander im Dialog bleiben, „nicht damit die Soziale Arbeit zur Entwicklungsstudie wird oder die Entwicklungsstudie zu Sozialer Arbeit“, sondern damit sie die Fähigkeit entwickeln, einander intellektuell offen und aufgeschlossen zu begegnen und die jeweiligen einzigartigen Beiträge der beiden Fachgebiete zur Verwirklichung gesellschaftlicher Transformation wertzuschätzen. Diese Einladung zum interdisziplinären Dialog prägte die Diskussionen des gesamten Tages.

Es folgte eine Reihe von Fachvorträgen, die zwischen individuellen Lebensrealitäten und strukturellen Fragestellungen wechselten. Die Referenten präsentierten Einblicke in den Bürgerjournalismus und dessen Einfluss auf die Lebensgrundlagen von Haushalten in Kampala, in die Auseinandersetzung nigerianischer Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit dem Klimawandel als zentraler beruflicher Herausforderung, in die Realität eingeschränkter Bewegungsfreiheit im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia sowie in die bestehenden Lücken zwischen Entwicklungsprogrammen und der Praxis Sozialer Arbeit in Nigeria.

Die Beiträge am Nachmittag widmeten sich den Stärken qualitativer Forschung als geeignetem Instrument, um den Blick stärker auf die gelebten Realitäten der Menschen und ihre alltäglichen Erfahrungen mit strukturellen Kräften zu richten, die gesellschaftliche Transformation behindern oder fördern. Die Vorträge verdeutlichten die vielfältige soziokulturelle Landschaft, in der die Soziale Arbeit in Nigeria tätig ist, und stellten diese Vielfalt als wertvolle Ressource heraus.

Ein weiterer Beitrag befasste sich mit den langfristigen Folgen eines Wasserkraftprojekts in Ghana. Im Mittelpunkt standen dabei die verborgenen sozialen Kosten von Entwicklungsprojekten und die Frage, welchen unterstützenden Beitrag die Soziale Arbeit leisten kann.

Die abschließend vorgestellte Forschungsarbeit mit dem Titel „COVID-19 in einem fremden Land“ untersuchte die Herausforderungen und Chancen internationaler Studierender an der University of Ghana während des Lockdowns.

In den Diskussionen kehrte immer wieder eine zentrale praktische Frage zurück: Wie kann der Blick über die Grenzen der eigenen Disziplin hinaus unsere Forschung und Praxis im Hinblick auf gesellschaftliche Transformation bereichern? Die offene Gesprächsatmosphäre und der Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Nigeria, Uganda und weiteren Ländern schufen ein echtes Gefühl gemeinsamer Zielsetzung – weit über den Rahmen einer rein akademischen Veranstaltung hinaus.

Die Theologische Hochschule Friedensau freut sich, Gastgeber dieses erfolgreichen und bereichernden Online-Treffens gewesen zu sein. Die Hochschule blickt der Vertiefung der Partnerschaft und des Austauschs mit der Babcock University und der Bugema University positiv entgegen. Geplant sind weitere akademische Austauschformate und gemeinsame Forschungsprojekte. Ein besonderer Meilenstein wird zudem die baldige Entsendung der ersten Gruppe von Studierenden des Bachelorstudiengangs International Social Work der Theologischen Hochschule Friedensau zu einem Austauschsemester sein.

Text: Daniel Mihajlovic. Übersetzung aus dem Englischen mittels KI.

Bild der THH Friedensau
Screenshot: ThHF | Daniel Mihajlovic