Unser Alumnus: Daniel Ayitey aus Ghana

24. Feb.. 2026 / Lernen & Studieren

INTERVVIEW MIT THHF-ALUMNUS (2016-2018) DANIEL AYITYEY AUS GHANA

Senior Officer und Finance Manager beim INTERNATIONAL REFUGEE ASSISTANCE PROJECT (IRAP).

Daniel schloss sein Studium im Jahr 2018 ab. Er blickte auf seine vielfältige Studienerfahrung, seinen Weg nach dem Abschluss und seine heutige Rolle zurück, in der er Geflüchteten hilft, Sicherheit zu finden. Während seiner Zeit in Friedensau war Daniel Teil einer lebendigen, vielfältigen Studierendengemeinschaft.

„Wir hatten Studierende aus Äthiopien, Tansania, Myanmar und vielen weiteren Teilen der Welt“, erinnerte er sich.

„Es war eine sehr internationale Gruppe. Unterschiedliche Kulturen kennenzulernen und vielfältige Perspektiven zu verschiedenen Themen zu hören, war eine unglaubliche Erfahrung.“

Nach dem Abschluss ging Daniel einen bewussten Schritt: Er verbrachte ein Jahr damit, intensiv Deutsch zu lernen, um ein solides Sprachniveau zu erreichen.

„Das war ein großartiges Werkzeug für den Einstieg ins Berufsfeld“, sagte er. „In Deutschland gibt es eine hohe Nachfrage nach Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie NGO-Fachkräften, besonders in der Geflüchtetenhilfe. Die einzige wirkliche Hürde ist die Sprache“, erklärte Daniel. „Sobald man diese Hürde überwindet, sind die Möglichkeiten grenzenlos.“

Die Reise der beruflichen Entwicklung

Daniels beruflicher Weg begann mit zwei Jahren beim Deutschen Roten Kreuz, wo er rund 500 Geflüchtete in Berliner Unterkünften betreute. Zu seinen Aufgaben gehörten die Einschulung von Kindern, die Unterstützung bei Aufenthaltsgenehmigungen sowie die Koordination von Terminen. Später arbeitete er für eine US-amerikanische Organisation, die Austauschprogramme für amerikanische High-School-Schülerinnen und -Schüler in Europa durchführte. Dort verwaltete er umfangreiche Fördermittel und stellte die Sicherheit sowie das Wohlergehen von 150 Teilnehmenden in Städten wie London und Berlin sicher.

Heute arbeitet Daniel für eine US-amerikanische internationale Organisation in Berlin (International Refugee Assistance Project). Die Organisation schafft Sicherheit für Geflüchtete durch rechtliche Dokumentation und juristische Interessenvertretung und eröffnet darüber hinaus sichere Wege zur Migration. In seiner Position verantwortet Daniel das Büromanagement, die Finanzen, die Gehaltsabrechnung, Rechnungen, Zahlungen an Dienstleister sowie die gesamten operativen Abläufe.

Daniels Rat an Studierende und sein jüngeres Ich:

Auf die Frage, was er seinem jüngeren Ich in Friedensau raten würde, antwortete Daniel herzlich und ermutigend:

Vertraue dem Prozess: „Mach dir nicht zu viele Sorgen darüber, was als Nächstes kommt. Genieße den Weg. Nimm die alltäglichen Momente bewusst wahr – das Aufstehen, der Gang in die Mensa, Campusjobs wie Reinigung oder Instandhaltung, das Rennen, um Hausarbeiten rechtzeitig abzugeben, der Balanceakt zwischen Vorlesungen und Alltag. Nimm das Leben etwas leichter. Sorgen über Visa, Jobs oder die Zukunft bringen keinen Mehrwert. Vertraue dem Prozess. Die Struktur des Studierendenlebens – frühe Morgenstunden und Zeitmanagement unter Druck – formt Disziplin und Resilienz, die dich ins Berufsleben tragen. Am Ende wird dich niemand im Alltag über Karl Marx oder bestimmte Theorien abfragen. Entscheidend ist, wie dich diese Erfahrungen prägen und befähigen, mit Komplexität und Realität umzugehen.“

Priorisiere die Sprache: Wenn du planst, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen, ist das Erlernen der Sprache entscheidend.

Netzwerken & Entdecken: Sammle „verrückte Erfahrungen“, reise in Städte wie Hamburg oder Berlin und baue dir ein Netzwerk auf.

Erkenne deinen Wert: Deine einzigartige Perspektive als internationaler Studierender ist etwas, das Organisationen „nicht bezahlen können“ – habe keine Angst, sie einzubringen.

Daniel Ayitey - Alumni of Friedensau Adventist University
Foto: Daniel Ayitey | Friedensau-Alumnus