Friedensau feiert seinen 120. Geburtstag

30. Sep. 2019

Am 29. September 2019 feierte Friedensau seinen 120. Geburtstag: mit einem Festakt, an dem die kommunalen Vertreter und die Leitung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland Grußworte und Wünsche übermittelten. Mit Führungen durch den Ort, das Heimat- und das archäologische Museum, aber auch mit Kaffee und Kuchen, Hüpfburg und Kinderschminken war für alle Besucher von nah und fern etwas Interessantes vorbereitet. Musikalisch begleitete die Bläsergruppe der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung, die Potsdamer Bläser und der Hochschulchor die Feier. Ein Kettcar-Rennen vom Dorfplatz bis zur neuerbauten Arena führte die Besucher zum zweiten Höhepunkt des Tages: der Eröffnung der Arena auf dem Zeltplatz Friedensau. Aus dem Rennen gingen als Sieger hervor: die Staffel mit Landrat Dr. Steffen Burchhardt, Theologie-Studentin Lara Isecke und Schüler Joel Cervantes.

Friedensau, ein Ortsteil von Möckern und Ort im Jerichower Land, wurde 1899 gegründet. Den Namen „Friedens-au“ gaben die Gründerväter dem Ort, der bis dahin als „Klappermühle“ des Besitzers Otto Knochenmuß bekannt war. Viel früher lag hier ein Dorf „Wusten“. Dieses Dorf wurde erstmals in den Urkunden im Jahre 1306 erwähnt, als das Magdeburger Domkapitel das Schloss Grabow und „Zubehör“ – dazu zählte das Molendinum in Wusten – an den Bischof in Brandenburg veräußerte. Mit Molendinum ist die Wassermühle gemeint, die den Namen Klappermühle erhielt.

Im Spätherbst des Jahres 1899 kauften Vertreter der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten das Gelände und bauten hier eine Schule zur Ausbildung von Pastoren und Krankenschwestern auf. Bereits am 19. November 1899 nahm die Vorgängereinrichtung der heutigen Theologischen Hochschule Friedensau mit zunächst sieben Schülern unter einfachen Bedingungen den Unterricht auf. Innerhalb weniger Jahre entstanden auf dem Gelände Wohn- und Schulgebäude sowie ein Sanatorium und Altenheim im wilhelminischen Baustil, die heute als Komplex unter Denkmalsschutz stehen.