Besinnungswoche – Home – zu Hause

09. Apr. 2019 / Events

Hallöchen Freunde der heiteren Muse!
Ich melde mich zurück aus der vorlesungsfreien Zeit im 2. Semester meines Theologie-Studiums. Ich war zu Hause, habe viele Freunde wiedergesehen, mich auf meine Griechisch-Nachprüfung vorbereitet und, und, und …
Ich war ein wenig wandern in den Ferien, um das letzte Semester zu reflektieren und mir neue Ziele zu setzen. Jeden Tag ein wenig Griechisch gelernt, um dann am ersten Tag des neuen Semesters meine Griechisch-Prüfung zu schreiben. Am selben Tag hatten wir das erste Mal Hebräisch-Unterricht! Neue Sprache – neues Glück? Die ersten zwei Wochen vergehen mit neuen Buchstaben und Wörtern, Interesse und Stress sind dahin …
Dann endlich kommt das 1year4jesus-Team nach Friedensau und bringt den Frühling mit. Die ersten Frühjahrsblüher leuchten in lila, gelb und blau auf den kahlen Wiesen. Knospen öffnen sich und lassen frisches Grün hervorschauen. Die Sonne scheint jeden Tag mehr und wärmer. Das Team von 1year4jesus ist nicht nur Bote des Frühlings, sondern auch Bote der Besinnungswoche. Zweimal pro Jahr findet in Friedensau eine Woche der Besinnung statt. Ein Sprecher wird eingeladen, eine Woche lang über ein Thema zu predigen. Dieses Jahr ist es: „Zu Hause“. Wer nochmal meine Meinung zum Thema „zu Hause“ hören will, sollte ein paar Einträge nach vorn blättern! 😉
Manuel Füllgrabe ist dieses Mal der Sprecher. Er stammt aus Bielefeld und lebt und arbeitet gerade in Leipzig als Pastor. Es zeichnet leidenschaftlich gern Comics und verteilt diese auch als EC-Karten (Einfach-Christlich) nach seinen Ansprachen, damit man sich daran besser erinnern kann!
In den Tagen vor der Besinnungswoche wird alles vorbereitet: die Deko aufgebaut, die Lieder der Band stehen fest, die Technik ist bereit. Am Dienstag, 2.4., zählt der Countdown die letzten fünf Minuten herunter. Dann folgt der Trailer …
Die Moderatoren betreten die Bühne und eröffnen feierlich die Besinnungswoche. Die Band tritt nach vorn und intoniert Lobpreis-Lieder. Das Mottolied passt thematisch perfekt auf das Thema der Woche: Home (https://www.youtube.com/watch?v=8gcPkIIMECY). Manuel wird in einem Interview vorgestellt. Er hat vier Kinder, lebt in Leipzig und ist eher für einen Sessel als für eine Couch. Er hat eine ganz eigene Art zu predigen. Er spricht sehr frei und bringt Witze ein. Jeder ist gebannt von seiner Art und Weise. Der erste Tag heißt „Zu Hause in meinem Glauben“, und Manuel zitiert 2. Timotheus 1,7, dass Gott uns mit Gaben und Fähigkeiten ausstattet und dass wir angstfrei glauben können: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
Er gab uns Kraft, damit wir uns gegen die Angst wehren können, er gab uns Liebe, gegen das ängstliche Verkriechen, und er gab uns Besonnenheit (oder Kompetenz), mit unseren Emotionen und Gefühlen umzugehen. Mit Gesprächen und Snacks geht der erste Tag der Besinnungswoche 2019 zu Ende.
Der zweite Tag der Besinnungswoche handelte vom Eierlegen … also, von Hühnern und Straußeneiern … also, von Berufung. „Zu Hause in meiner Berufung“ lautete das 2. Thema der Besinnungswoche. Es ging um den kleinen Jungen aus dem Johannes-Evangelium, der mit seinen Gaben half, 5000 Menschen mit fünf Broten und zwei Fischen satt zu machen. Sein Name ist unbekannt, keiner weiß, woher er kam, wohin er ging und was mit ihm geschah. Er lebte still und unbenannt seine Berufung aus. Wie der Kupplungsschlauch in Manuels Auto, der sich eines Tages entschloss, kaputt zu gehen. Kein weiß, wo dieser ominöse Schlauch überhaupt liegt oder wozu er da ist. Nachdem der Mechaniker das Problem identifiziert hatte, fiel Manuel auf, dass er dem Schlauch viel zu wenig Wertschätzung für seine große Aufgabe entgegengebracht hatte. Er forderte uns auf, auf unsere fünf Brote und zwei Fische zu schauen und zu überlegen, wie wir damit sinnvoll unsere Berufung entdecken können. „Nicht was wir anzubieten haben ist groß, sondern der, dem wir es anzubieten haben, ist groß“.
Nach der Predigt gab es in der Aula Waffeln mit Friedensau Logo darauf. Falls ihr die noch nicht gesehen habt, könnt ihr sie auf Facebook bestaunen. „Eingewaffelt“ ist die Rosette, die im Buntglasfenster der örtlichen Kapelle zu sehen ist. Auch die Geschichte hinter dem Fenster ist ziemlich interessant: In der Rosette befinden sich vier griechische Buchstaben (jetzt hab ich ja mein Graecum, jetzt kann ich‘s auch erklären …), die alle mit Jesus Christus verknüpft werden können. Das Chi (sieht aus wie ein X) und das Rho (sieht aus wie ein P) sind die Anfangsbuchstaben des Wortes Christus, was so viel bedeutet, wie „Gesalbter“. Links daneben sieht man ein Alpha, welches der erste Buchstabe im griechische Alphabet ist, und Omega, welches den letzten Buchstaben des Alphabets bildet. Symbolisch steht es dafür, das Gott vom Anfang bis zum Ende immer bei uns ist.
Um die Rosette herum verteilen sich die „Blütenblätter“. Wenn man genauer hinsieht, kann man erkennen, dass einige der Gitter im Fenster auseinandergerissen sind. Betrachtet man das Fenster von weiter weg, fällt auf, dass diese „Blütenblätter“ eher Silhouetten gleichen. Tatsächlich möchte der Künstler etwas Bestimmtes aussagen: Die Personensilhouetten sind kaputt, wie wir manchmal auch in unserm Leben. Viele haben Lasten mit sich herumzuschleppen, doch wenn wir zusammen kommen in Christus und zu Christus (Rosette), dann sind wir alle eins.
Mit den Waffeln wurden wir daran erinnert, dass wir Gemeinschaft in Christus haben können, sollten und dürfen.
Übrigens, falls ihr einen Tag verpasst habt, ihr nicht die Gelegenheit hattet, aus euren Zimmern zu kommen und in die Aula zu gehen, oder ihr einfach nur nicht im wunderschönsten Fleckchen Erde der Welt wohnt (Friedensau…), dann könnt ihr es gern auf Facebook oder Youtube nachschauen, zum Beispiel Tag 4 hier: https://youtu.be/D2PmlTyrlMQ).

Viele Grüße und bis bald, eure Itje

Bild der THH Friedensau
Sprecher Manuel Füllgrabe
© Thhf | Szilvia Szabó