Ein Ereignis: Der Gala-Abend am 13. April 2019

18. Apr. 2019 / Events

Oder wie Kathrin es so treffend beschrieb: „Ein Abend, an dem wir uns alle schick anziehen und so tun, als ob wir zur höheren Gesellschaft gehören würden.“ Genau das war es. Ein wunderschöner Abend. Alles begann damit, dass dieser Abend definitiv zu spät angesagt wurde. Anderthalb Wochen vor dem besagten Event wurde es bei den Bekanntmachungen nach der „Begegnung unter dem Wort“ angekündigt. Viele Fragen kamen auf: Was? Wer? Wie viel? Warum? Und dann die alles entscheidende Frage: Woher bekomme ich so schnell ein Gala-Kleid? Wir Frauen sind da doch recht flink im Kopf (sorry Männer, ihr müsst ja quasi nur‘n Anzug anziehen und habt nicht 8.324.581 Möglichkeiten wie Frauen …). Die Jagd nach einem Kleid hatte begonnen. Alle anderen Informationen und Unterrichtsinhalte zogen an mir vorbei, denn ich hatte das perfekte Kleid im Kopf. Dass ich dafür (laut Zalando und weiteren Online-Shops) mindestens 150 € einplanen müsste, war mir nicht bewusst. Damit hatte sich das perfekte Kleid auch schon wieder in Luft aufgelöst …
Trick 17 musste her: Auf den Sale-Button klicken und dort alles durchforsten. Einige Kleider schafften es in die Lesezeichenliste bei mir und das will schon etwas heißen. Alles drehte sich um die Kleidersuche: „Weißt du schon, was du anziehst?“ – „Ja, ich habe mein Ballkleid immer mit.“ Viele Mädels waren in heller Aufregung. Passt das? Könnte ich auch das anziehen? Wie kann ich es noch glamouröser machen? Welche Schuhe ziehe ich dazu an? Aaaaaaaah!
Der Abend rückte immer näher und der DHL-Bote hatte sich endlich dazu bequemt, mir mein Paket mit Kleidern zuzustellen. Als ich es auspackte, wusste ich, dass es nicht diese Kleider werden würden. Ihr fragt warum? Manchmal hat „Frau“ das im Gefühl. Wenn mir das Kleidungsstück nicht auf Anhieb gefällt, hat es keine reelle Chance mehr bei mir. So auch bei diesen Kleidern. Frustration kam auf. Nur noch drei Tage bis zum Gala Abend. Wie sollte ich das schaffen?
Melissa brachte mich bei meiner Schimpftirade über das viel zu späte Ansagen auf eine Idee. Im Adra-Basar gibt es ein paar Secondhand-Ball-Kleider. In meinem Kopf kam noch mehr Verzweiflung auf: Wie sollte ich denn im Adra-Basar ein Kleid finden?! Ich weiß nicht, wer von euch schon mal da war … Da gibt es zu 70 % nur Retro-Klamotten (find ich persönlich ja super. Vintage. Retro und so), aber Ball-Kleider? Mit mulmigem Gefühl ging ich also mit ein paar anderen Verzweifelten am Abend zum Adra-Basar. Tatsächlich hingen Tüll-, Samt- und Satin-Kleider fein säuberlich auf einer Kleiderstange nebeneinander. Dann begann das große Anprobieren. Einige saßen ganz gut, aber waren nicht mein Geschmack. Eher Lady Diana-Hochzeitskleid (einfach mal bei Wikipedia eingeben 😉). Am Ende der „Shopping-Tour“ nahm ich eher widerwillig ein schwarzes Satin-Kleid mit Spaghetti-Trägern mit. Voll 90er. Um das Teil ein wenig aufzuwerten, dachte ich an eine Kette. Bald war mein Outfit komplett.
Ich weiß nicht, wer von den Männer das weiß oder realisiert hat, aber Frauen machen sich immer bei besonderen Anlässen gemeinsam chic. Mindestens zwei bis drei Stunden vorher trifft man sich, bespricht die letzten Details und dann geht’s los. Es gleicht einem Business-Meeting, alles ist bis auf die Minute geplant.

19:30 Uhr trafen wir an der Kulturscheune ein. Mit einem Blick in die Runde stellte ich fest, dass die anderen Mädels auch viel Zeit und Überlegung in ihre Outfits gesteckt hatten. Ich wurde mit „Wow“ und „Oh krass, ich hab dich gar nicht erkannt“ begrüßt. Unangenehm. Wer mich kennt, weiß, dass ich kaum formelle oder ordentliche Sachen in meinem Kleiderschrank habe. Ich fühlte mich permanent beobachtet – im positiven Sinne. Rot und Schwarz waren die dominierenden Farben an diesem Abend. Wir setzten uns an die wunderschön und mit Aufwand dekorierten Tische. Oh Mann … versucht euch mal grazil mit ‘nem Kleid hinzusetzen…!
Als Kathrin und Daniel nach vorne schritten, um die Ansagen zu machen, hatte ich gerade eine bequeme Sitzposition eingenommen, als ich nach vorne gebeten wurde, um das Tischgebet zu sprechen. Das Buffet wurde eröffnet und wir begannen uns die Teller vollzuladen mit sehr edel aussehendem Essen. Kleine Portiönchen natürlich, sonst ist es nicht vornehm genug. Alex übertraf sich selbst bei seinen kleinen Kreatiönchen. Das Thema beim Essen wurde von der allumfassenden Frage beherrscht: Wer wird Ballkönigin, wer Ballkönig? Es wurde anonym gewählt. Nach dem reichhaltigen Essen und Kennenlern-Spiel in Form von Speed Dating wurde es langsam ruhig. Die Jazz-Hintergrundmusik wurde leiser gedreht und Daniel und Kathrin traten ins Rampenlicht. Es war Zeit für die Verkündigung der Gewinner. Alle hörten gespannt zu. Daniel schlug den Zettel auf: Zwei Frauen hätten sich ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, um den Platz der Königin. Samira und Itje.

Halt. Was? Hatte ich das richtig gehört? Ich? Im Adra-Basar-letzter-Ausweg-Kleid gepaart mit Ist-mir-egal- und Was-solls-Schmuck? Ich lief rot an und blickte zu Samira. Breites Grinsen war auf allen Gesichtern.
Nun zum König.

Ebenfalls ein Kopf an Kopf Rennen: Kitae und Daniel selbst. Wer waren jetzt die „richtigen“ Gewinner?
Kitae und Samira schritten nach vorn und nahmen ihre Kronen entgegen. Tosender Applaus und Gepfeife erfüllte die Scheune. Der Abend verklang mit Musik. Zum Abschied gab es eine Foto-Ecke, in der man den Abend gebührend abschließen konnte. Wider Erwartung war es nicht sehr spießig und langweilig gewesen, sondern neu, bunt, besonders und schön. Wenn ihr euch Fotos anschauen wollt, schaut auf der Facebook-Seite vom StuRa rein! Es war wirklich ein gelungener Abend! Dank an all die, die so tatkräftig mitgearbeitet haben!

Bis zum Nächsten Mal!
Eure Itje, Fast-Ballkönigin 😉

Bild der THH Friedensau
Bloggerin Itje Zepnik
© ThHF | Kristina Gerasimova