Anti-Stress mit Itje

30. Jul. 2019 / Lernen & Studieren

Heute melde ich mich aus meiner vorlesungsfreien Zeit zurück. Es ist einiges passiert, unter anderem Hektik und Stress. Deshalb jetzt hier eine Schweigeminute für alle fleißigen Blog-Leser.

Gut. Nun zu mir: Wie ist es mir ergangen im diesjährigen, meinem ersten Sommersemester? Ganz gut, würde ich meinen: Es startete mit meiner Wiederholung der Griechisch Prüfung, die ich dann auch mit einer zufriedenstellenden Note abschließen konnte. Ostern kam und ging mit angenehmen Frühlingstemperaturen – und wärmer. Die neue Sprache ließ nicht lange auf sich warten. Hebräisch kam ungefragt und mehr oder minder unerwartet um die Ecke. In den Semesterferien hatte ich schon versucht, das Alphabet zu lernen, und da ich musisch veranlagt bin, kann ich das am besten mit einem Lied. Dieses Lied lief bei uns zu Hause rauf und runter … mich würde es nicht wundern, wenn meine gesamte Familie das hebräische Alphabet jetzt auch kann … (auf youtube einfach mal hebräisches Alphabet eingeben…).
Wieder nach Friedensau zu fahren, rief in mir gemischte Gefühle hervor. Sowohl Freude als auch ein wenig Angst.
Die ersten Wochen verstrichen und Hebräisch wurde zu einer immerwährenden Blockade im Kopf. Ähnlich wie mit Griechisch beschäftigt man sich tagein tagaus mindestens drei Stunden am Tag damit. Da helfen die geistlichen Angebote der Hochschule tatsächlich! Ein bisschen sozialisieren und Pause machen im STUZ, oder bei Shabbat Shalom am Freitag. Ich bin bei den Pfadfindern in Friedensau mit dabei und konnte meine Schützlinge über das Sommersemester bei verschiedensten Aktionen besser kennenlernen.
Ich habe gelernt Nein zu sagen, auch wenn es mich sehr schmerzt. Aber zu einigen Sachen werde ich wohl nie Nein sagen können. Zum Chor und zur Musik zum Beispiel. Ein Konzert Anfang Mai zog meine Aufmerksamkeit an. Ich versammelte mein Quartett von Weihnachten noch einmal und probte, was das Zeug hielt. Zum Konzert konnten wir dann drei Stücke aufführen. Ein klassisches Konzert mit Instrumentalstücken und Gesang. Hach, mein Herz geht auf.
Die Woche darauf hielt ich meine erste Andacht in Friedensau (zumindest bei Shabbat Shalom) und redete über die Waffenrüstung Gottes, die jeder anziehen sollte. Auch wenn viele meiner Freunde gerade an diesem Freitag nach Hause fuhren und nicht da waren, verlief es gut. Die Bibliothek wurde zu meinem Wohnzimmer, da ich dort fast mehr Zeit als in meinem eigenen Zimmer verbrachte. Zwischen aufgestapelten Büchern auf meinem Platz versuchte ich mich in meinen unzähligen Aufgaben zurechtzufinden. Über das erste Semester haben sich Aufgaben und Lesenachweise angehäuft, sodass ich alles auf die Sommerferien verschob, da ich mit Hebräisch und Vorträgen genug zu tun hatte. Ja, ja, Stress wird im Theologiestudium nicht gerade klein geschrieben. Ganz im Gegenteil. Eher sehr, sehr groß. Ich möchte natürlich keine potenziellen Interessenten für diese Studium vergraulen, aber ich denke, es ist gut, einen realistischen Einblick zu bekommen: Man kann im ersten Jahr nicht alles schaffen. Das ist schwer, aber wahr. Das erste Jahr hat mich einiges gelehrt: Mir meine Zeit richtig und sinnvoll einzuteilen und auf ein Stressmanagement zurückzugreifen. Meine Methoden, damit umzugehen, kann ich euch ein klein wenig vorstellen. Vielleicht helfen sie euch auch:

  1. Fünf Minuten „Zeit für mich“: Ich habe in einem Kurs namens Selbst- und Fremdwahrnehmung gelernt, auch mal mitten im Alltag ein wenig abzuschalten. Fünf oder zehn Minuten Kopfhörer auf die Ohren und die Gedanken für einen Moment nur auf mich konzentrieren und ganz präsent sein. Versucht es mal. Es hat nichts Mystisches, auch wenn es vielleicht so klingt, aber es ist eine gute und sinnvolle Idee. Auch Apps können euch dabei helfen.
  2. Tee trinken: Ich habe Tee schon immer geliebt, aber jetzt im Studium weiß ich ihn wieder einmal zu schätzen. Entspannungstees mit Kamille, Lavendel, Hopfenblüten, Zitronenmelisse, Pfefferminz. Alles gute Kräuter, die dabei helfen können, Stress abzubauen. Birkenblätter, Johanniskraut und Ginko vermindern den Blutdruck und fahren somit den Körper auch ein stückweit herunter.
  3. Tiere: Ich mag nicht nur Tee, sondern auch Tiere. Zu Hause hatte ich selbst zwei Katzen, die mir den Tag versüßt haben. Hier in Friedensau darf ich leider keine Tiere halten. Ich begnüge mich mit den Campus-Katzen unseres Dekans und kuschel sie in jeder freien Minute. Eine Katze folgt mir mittlerweile sogar in die Unterrichtsräume (in denen sie dann natürlich nicht bleibt …hust hust …). Streicheln und Schmusen von Tieren hilft gegen Stress und setzt Endorphine frei. Auch die Arbeit mit den zwei Pferden in Friedensau macht mir Spaß und baut mich auf. Die Tiere regelmäßig zu füttern, bringt eine Art Routine mit sich, die ich sonst nicht in meinem Alltag habe (Hinweis für Tierhaar-Allergiker: nicht nachmachen!).
  4. Musik machen/hören/sein: Singen setzt laut wissenschaftlichen Forschungen übrigens auch Endorphine frei (Also kommt alle in den Chor!). Musik hören entspannt mich total. Auch während der Arbeit höre ich Instrumentalmusik, und wenn ich fertig bin, dann tanze ich manchmal einfach so in meinem Zimmer, um die angestaute Energie vom ganzen Rumsitzen loszuwerden. Ans Klavier setzen oder die Ukulele zur Hand nehmen und ein bisschen zu klimpern ist Balsam für die Seele.
  5. Natur: Geht raus! Spaziert! Also, welcher Ort würde sich mehr anbieten als Friedensau für diesen Stressblocker? Fünf Minuten in die eine Richtung – Wald. Fünf Minuten in die andere Richtung – Wald. Und wenn es mal regnet, dann geht einfach auf diese großartige Website: https://www.noisli.com/. Dort bekommt ihr kostenlos Geräusche der Natur zur Verfügung gestellt. Ihr könnt sie euch so mixen, wie es euch angenehm ist. Diese Website hilft wirklich gut und steigert meine Produktivität.

Das war es erstmal mit meinen Anti-Stress-Methoden. Schreibt mir gerne über Facebook, wenn ihr sie ausprobiert habt, oder wenn ihr noch neue Ideen habt!

Eure jetzt weniger gestresste Itje 😊