„Worauf es ankommt“ – Besinnungswoche, Tag 1

06. Nov. 2019 / Events

Jedes Jahr im Herbst, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, nimmt sich die Hochschule Anfang November die Zeit, in der Besinnungswoche ein Stück innezuhalten und nach dem hektischen Semesterstart wieder zur Ruhe zu kommen. Das bedeutet eine Woche lang jeden Abend gute Musik, eine tolle Gemeinschaft und eine bewegende Andacht. In diesem Jahr bereichert uns der neue Prediger Stefan Burton-Schnüll unter der Überschrift „The Essential Ingredient“ mit seinen Gedanken über das Kapitel 13 im ersten Korintherbrief.

Der erste Abend brachte uns die ersten drei Verse des Kapitels und ihre Bedeutung näher. Dort schreibt Paulus davon, dass alle denkbaren Glaubensgaben, wie zum Beispiel Eloquenz, Prophetie, ein starker Glauben oder auch Selbstaufopferung für sich betrachtet zwar löblich sind, ohne die Liebe als essentielle Gabe aber doch letzten Endes nichts wert sind. Oder anders ausgedrückt: Wenn Liebe nicht meine Motivation ist, aus der heraus ich meine Gaben und Talente für andere einsetze, so nützen mir meine Gaben nichts. Wenn man dann noch den ersten Johannesbrief Kapitel vier hinzuzieht, wo es heißt, dass Gott selbst die Liebe ist, dann wird einem klar, dass Gott selbst die essentielle Zutat ist und dass er alleine es ist, der unsere Talente durch Liebe zum Segen für uns selbst und andere werden lässt.

Diese Erfahrung mache ich auch selbst immer wieder, zum Beispiel dann, wenn ich in meiner Funktion als Pfadfinderleiter eine Gruppenstunde plane oder durchführe. Nur wenn ich mit ganzem Herzen dabei bin und die Planung und Durchführung aus Liebe heraus angehe, gelingt es mir, eine schöne und gelungene Pfadfinderstunde auf die Beine zu stellen. Obwohl ich das eigentlich weiß, bemerke ich trotzdem ab und zu, wie ich meine Aufgabe bei den Pfadfindern nur als Pflicht ansehe und ich nicht immer mein ganzes Herzblut einfließen lasse.

Deshalb bewegen mich auch die Fragen, die Stefan am Ende seiner Andacht mit der Aufforderung zum Weiterdenken aufgeworfen hat: Wie viel von der „essentiellen Zutat Gott“ ist in meinem Leben vorhanden? Wie viele Bereiche meines Lebens lasse ich von ihm und seiner Liebe bestimmen? Zumindest für mich sind das Fragen, über die es sich mal nachzudenken lohnt und für die ich mir Zeit nehmen werde in den nächsten Tagen, auch wenn diese kürzer und die Nächte länger werden.

Sebastian Henschke